Druckschrift 
1,2 (1825)
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Cyanwasserstoffs;! ure.

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man Kalium in cyanwasserstoffsaurem Gase erhitzt, so ab-sorbirt es das Gas und läfst eine Menge Wasserstoff zu-rück, welche der Hälfte des Volumens der Säure gleichist. Die Cyanwasserstoffsäure wird dabei zerlegt, und dasKalium verbindet sich mit dem Cyan, während der ganzeWasserstoff ausgeschieden wird.

Die Cyanwasserstoffsäure besteht nach Gay-LussacsAnalyse aus 3,65 Theilen Wasserstoff und 96*35 TheilenCyan. Oder, wenn man ihre Zusammensetzung nachdem Gewichte der Elemente bestimmt, aus 44,27 TheilenKohlenstoff, 57,08 Theilen Stickstoff und 3,65 TheilenWasserstoff. Verwandelt man diese Gewichte in Maafs-theile, und setzt dabei voraus, dafs das Kohlenoxydgaszur Hälfte seines Volums aus Sauerstoffgas, zur andernHälfte aber aus Kohlenstoff in Gasgestalt besteht; so istdie Cyanwasserstoffsäure aus gleichen Theilen Stickstoff-gas, Wasserstoffgas und gasförmigen Kohlenstoff zusam-mengesetzt, die sich hei ihrer Vereinigung um Ein Volum(oder um i des Ganzen) zusammenziehen, so dafs aus300 Theilen 200 Volum Cyanwasserstoffsäure werden.Unter dieser Voraussetzung müfste das specifische Gewichtder Cyanwasserstoffsäure 0,936 betragen; Gay-Lussacfand es 0,9476, welches zwar von dem berechneten Re-sultate etwas abweicht, wohl aber von den Schwierigkei-ten herrühren kann, die sich der Wägung eines unbestän-digen Gases entgegenslellen.

Die Alkalien werden von der Cyanwasserstoffsäurereducirt und ihr metallisches Radikal mit Cyan verbun-den. Wenn aber das Radikal Gelegenheit findet, sichauf Kosten der Luft oder durch Einwirkung auch derschwächsten Säuren auf Kosten des Wassers zu oxydiren,so werden die Auflösungen dieser Verbindungen auf meh-rerlei Weise zersetzt, wenn sie der freien Luft ausgesetztwerden. Sie reagiren und schmecken alkalisch und folg-lich auch nach Cyanwasserstoffsäure, indem selbst dasReactionsmittel und das Organ des Geschmacks die Oxy-dation des alkalischen Radikals und die Bildung der Cyan-wasserstoffsäure herbeiführen. In fester Form erhalten sie/. 43