Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
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597
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Knallsäure.

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Die Cyansäure bestellt aus 1 Volum Sauerstoffgasund 2 Volum Cyangas (d. li. 2 Vol. Kohlenstoff und2 Vol. Stickstoff), oder dem Gewichte nach aus 35,294 Th.Kohlenstoff, 41,177 Th. Stickstoff und 23,529 Th. Sauer-stoff, und ihre Sättigungscapacität ist gleich ihrem Sauer-Stoffgehalt. Es ist klar, dafs, da 2 Vol. Kohlenstoff(welche mit 4 Vol. Sauerstoff Kohlensäure geben) vonder Säure 1 Volum und vom Wasser 3 Vol. Sauerstoffaufnehmen, 6 Volum Wasserstoff entwickelt werden, welchemit 2 Vol. Stickstoff Ammoniak geben, und dafs dieCyansäure, weil diese Affinitäten die stärkeren sind, vonWasser sogleich zersetzt werden mufs.

Knallsäure. Im Zusammenhänge mit der Cyan-säure mufs ich noch einer anderen Verbindung erwähnen,welche Cyan und Sauerstoff enthält, von welcher manzwar noch nicht sagen kann, dafs ihre Natur vollständigausgemittelt ist, worüber aber doch die Untersuchungendarzuthun scheinen, dafs sie hierher gehört. Diefs istnämlich die von Liebig neulich entdeckte Knallsäure,so genannt wegen ihrer Eigenschaft, auch in Verbindungmit den stärksten Salzbasen, entweder durch einen hartenSchlag oder durch erhöhte Temperatur mit einer äufserstgewaltsamen Explosion zersetzt zu werden. Man kanntezwar schon lange unter dem Namen Knallsilber und Knall-quecksilber zwei von dieser Säure gebildete Salze, ohnezu wissen, wie eigentlich diese so gefährlichen Präparatezusammengesetzt seien. Da mehrere Personen bei unvor-sichtigen Versuchen damit entweder mit dem Leben, odermit verstümmelten Gliedern büfsen mufsten, so hat mansich nicht zu verwundern, wenn diese Verbindungen langeununtersucht blieben. Kürzlich hat aber Liebig auf eineganz entschiedene Weise gezeigt, dafs diese Knallpräpa-rate Salze einer eigentümlichen Säure sind, welche aufandere Salzbasen übertragen werden kann, und er hat, inVerbindung mit Gay-Lussac, bewiesen, dals diese Säureaus Cyan und Sauerstoff bestehe.

Diese Säure wird gebildet, wenn 1 Th. reines Sil-ber oder 11 Th. reines Quecksilber in 20 Th. reiner