Bernsteinsäure.
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Die Ameisensäure wird verschiedentlich in der Oeco-nomie und Medicin angewandt. Man erhält einen star-ken und wohlschmeckenden Ameisenessig, wenn man Amei-sen in koebendheifsem Wasser ertränkt, und dieses mitZusatz von mehreren Ameisen so lange digerirt, bis esden verlangten Grad von Säure angenommen hat. Ist derAmeisenessig zu schwach, so zersetzt er sich nach undnach von selbst, wie der gemeine Essig.
9. B e r n s t e i n s ä u r e.
Diese Säure erhält man durch Destillation des Bern-steins, eines fossilen Harzes, welches besonders auf densüdöstlichen Küsten der Ostsee, vorzüglich im samländi-schen Kreise in Preufsen gefunden wird. Die Säure istin dem Bernsteine nicht vorhanden, sondern wird wäh-rend der Destillation gebildet.
Das Destilliren kann in einer Glasretorte mit tubulir-ter Vorlage vorgenommen werden, geschieht aber gewöhn-lich fabrikmäfsig mit mehreren Pfunden auf einmal in eiser-nen Pietorten, Der Bernstein giebt dabei zuerst ein gelb-liches säuerliches Wasser, welches grofsentheils Essig ist;darauf kommt ein dünnes gelbliches Oel, nebst Kohlen-wasserstoffgas und kohlensaurem Gas, zu deren Ableitungdie Vorlage tubulirt sein mufs. Während dessen -schie-fsen zugleich im Retortenhalse und im oberen Theile derVorlage gelbliche Krystalle an. Das Oel wird nach undnach brauner, und dann erzeugen sich keine Krystallemehr. Zuletzt wird das Oel schwarz und dick wie Pech.Die im Retortenhalse befindlichen Krystalle sind Bern-steinsäure, die mit brenzlichem Oele verunreiniget ist. —Man erhält die ßernsteinsäure besonders häufig aus Fabri-ken, wo Bernstein zur Firnifsbereitung geröstet wird;denn der geröstete Bernstein ist gerade in dem Zeitpunkte,wo die Entwickelung der Säure aufhört, zur Auflösungim Alkohol oder in fetten Oelen am tauglichsten. Manrechnet gewöhnlich auf jedes Pfund Bernstein ein LothBernsteinsäure. Nach Barths Angabe erhält man doppel
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