Gallapfelsäure. 581
l;ifst es auf einer -f-20° bis 25° warmen Stelle einenMonat lang stehen, während man es immer wieder an-feuchtet, wenn es trocken zu werden anfängt. Die Masseschwillt dabei auf und schimmelt. Nach Verlauf einesMonats wird die darin befindliche braune Flüssigkeit aus-gedrückt, das Ausgedrückte mit Wasser gekocht und beimFiltriren ausgeprefst. Die Lösung giebt beim Abkühleneine graulichgelbe, krystallisirte Galläpfelsäure, welcheman durch Kochen mit 8 Theilen Wasser und i thieri-scher Kohle dahin bringen kann, dafs sie beim Erkaltenfarblose Krystalle giebt.
d) Humphry Davy schlägt vor, einen Aufguß vonGalläpfeln mit kohlensaurem Baryt zu digeriren. Die Ba-rylerde vertheilt sich zwischen der Galläpfelsäure und demGerbestofF. Der galläpfelsaure Baryt löst sich mit grünerFarbe auf, und der gerbestoffhaltige fällt zu Boden. Diefiltrirte Lösung wird mit Schwefelsäure gemengt, so langenoch ein Niederschlag erfolgt; der dadurch gefällte schwe-felsaure Baryt wird abgesondert, und die rückständigeLösung, welche die Galläpfelsäure enthält, zum Krystalli-siren abgedampft. Die erhaltenen Krystalle sind jedochnicht weifs. — Man hat noch mehrere Arten, die Gall-äpfelsäure zu bereiten, die ich aber übergehe.
Die durch diese Prozesse erhaltene Säure ist indessennicht rein, sondern enthält einen nicht unbedeutendenAntheil Gerbestoff chemisch gebunden, von welchem siedurch Destillation befreit werden muß. Die Galläpfel-säure subliinirt sich dabei und setzt sich, in Gestalt einerschneeweißen, auf dem Bruche blättrichten, krystallini-schen Masse, im Pietortenhalse an. Auf dem Boden bleibteine braune Masse zurück, an welcher man in den mei-sten Fällen die Kennzeichen des Gerbestoffs wiederfindet.Die sublimirte Säure enthält kein Wasser, schmeckt bit-ter, röthet das Lackmuspapier nicht im mindesten, undlöst sich im Wasser leicht zu einer farblosen Flüssigkeitauf. Die unreine Säure, wie sie vor dem Sublimiren ist,hat im Gegentheil einen säuerlichen, zusammenziehendenGeschmack. Sie wird in 3 Theilen kochendem Wasser