570 Citronensäurc.
dafs man auf diese Weise keine reine Säure erhaltenkann.
Die Krystalle der Citronensäure sind in der Luft un-veränderlich und haben einen scharfen, fast beifsend sau-ren Geschmack. Beim Erhitzen schmelzen sie in ihremKrystallwasser und fangen bei einer noch höheren Tem-peratur an zerlegt zu werden, wobei sie gelb oder braunwerden, und ein syrupdickes, ganz saures Liquidum bil-den, welches nicht mehr zum Krystallisiren gebracht wer-den kann.. Die krystallisirte Citronensäure kann alsoihres ganzen Wassergehalts ohne Zersetzung nicht beraubtwerden, und ist daher in wasserfreiem Zustande unbe-kannt. Sie enthält 18 Procent Wasser, wovon die Hälftebei niedrigen Hitzgraden, d. h. etwa bei -(-28° bis 35°,in trockener Luft ausgetrieben werden kann, wobei dieSäure zu einem Mehle zerfällt. — Die Citronensäureweicht in ihrem Wassergehalte von der Analogie mit an-deren Säuren ab, bei welchen das Wasser eben so vielSauerstoff enthält, als irgend eine Basis, durch welchedie Säure neutralisirt wird. Bei der Citronensäure trittnämlich der Fall ein, dafs die mit ihr sich verbindendenübrigen Oxyde nur i so viel Sauerstoff, als diese Säure,enthalten, wogegen das Wasser in der krystallisirten Säurei und in der fatiscirten nur i. so viel Sauerstoff, als dieSäure enthält.
Bei der Destillation giebt die Citronensäure eine eigenebrenzliche Säure, Wasser, brenzliches Oel, Essig, Kohlen-säure und Kohlenwasserstoffgas. In der Retorte bleibtKohle zurück. Durch Schwefelsäure wird sie in Essig,durch Salpetersäure aber, wenn diese in grofser Mengezugesetzt wird, beim Kochen ganz langsam in Oxalsäureumgewandelt; in geringerer Menge greift die Salpeter-säure sie nicht an.
100 Theile Citronensäure erfordern 75 Theile kaltesund 50 Theile kochendes Wasser zur völligen Auflösung.Mit vielem Wasser verdünnt, hat diese Auflösung einenangenehm sauren Geschmack, kann aber nicht lange auf-bewahrt werden, sondern fängt bald an sich zu zersetzen.
Die