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Citroncnsünre.
3. Citronensäure.
Auch diese Säure wurde durch den unvergeßlichenScheele entdeckt. Sie findet sich in verschiedenenPflanzensäften, z. B. in den Citronen, Tamarinden, un-reifen Weinbeeren, Johannisbeeren, Preisselbeeren, Pia lin-butten u. m. a. In größter Menge erhält man sie aus demCitronensaft, wenn derselbe in zinnernen oder gläsernenGefäßen erhitzt und mit fein geriebener Kreide gemengtwird, so lange noch ein Aufschäumen statt findet. Dieim Citronensafte enthaltene Citronensäure verbindet sichdabei mit der Kalkerde zu citronensaurem Kalke, wel-cher sich niederschlägt. Man bringt ihn auf den Filtrirap-parat, und süßt ihn so lange aus, als das durchge-hende Wasser noch gefärbt ist, worauf man ihn trock-net. Die Citronensäure wird daraus durch Schwefel-säure abgeschieden, eben so wie die Weinsäure ausdem weinsauren Kalk. Die erhaltene Säure wird mitderselben Vorsicht zur Krystallisation gebracht, die ichoben angegeben habe. Ein Ueberschufs von citronensau-rem Kalke hindert das Krystallisiren der Säure. DieSchwefelsäure läßt sich durch salzsauren Baryt darin ent-decken, nicht aber durch Bleiessig, weil das citronensäureBlei in Salpetersäure schwerlöslich ist, und daher vomschwefelsauren nicht unterschieden werden kann. Mannimmt an, daß 5 Quart guter Citronensaft 8 bis 8 -Unzen krystallisirte Citronensäure liefern. — Die gelbeFarbe der Citronensäure kann durch Digeriren mit einwenig Salpetersäure, ohne Veränderung der Säure, zerstörtwerden.
In England, wo die Citronensäure für den Bedarfder Kattundruckereien im Großen bereitet wird, nimmtman auf 10 Pfund mit Citronensaft gesättigter Kreide9 Pfund Schwefelsäure, von 1,845 specifischem Gewichte,welche mit 56 Pfund Wasser verdünnt wird; der citro-nensaure Kalk wird mit der Säure ohne Beihülfe äußererWärme macerirt. Nach der Zerlegung wird die saureFlüssigkeit abfiltrirt und der Gyps mit kaltem Wasser aus-