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1,2 (1825)
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Kieselsäure.

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VIII. Kieselsäure.

Die Kieselsäure macht den häufigsten Bestandteil derTesten Masse unseres Erdkörpers aus. Sie ist der Haupt-bestandteil einer grofsen Menge Mineralien, unter an-dern des Feuersteins, Sandsteins, Bergkrystalls, Amethysts,Calcedons, Carneols, Achats, Opals u. s. w. Ihre Eigen-schaften und ihr Verhalten gegen andere Körper wurdenzuerst von dem unvergeßlichen Berg man erforscht.

Die Kieselsäure kommt ziemlich rein im Bergkrystall,auch im weilsen, sogenannten Milchquarz, vor, wo sienur durch eine, oft unwägbare Spur von Eisenoxyd ver-unreiniget ist. Bei Anwendung dieser Säure bei chemi-schen Versuchen muß man sie jedoch gewöhnlich durchKunst erst von allen zufälligen Beimengungen reinigen,welches auf folgende Weise geschieht. Man schmelzt [ Th.fein gepulverten Bergkrystall, oder Quarz, mit 4 Theilenkohlensaurem Kali, löst die zusammengeschmolzene Massein Chlorwasserstoffsäure auf, dunstet die Lösung bis zurTrockenheit ab, und übergiefst dann den trockenen Rück-stand mit Wasser, dem etwas jener Säure zugesetzt ist. Diereine Kieselsäure bleibt ungelöst zurück und wird dann aufFilt'rirpapier gebracht, gewaschen, getrocknet und geglüht.

In diesem Zustande ist sie weiß, pulverförmig, rauhim Anfühlen, knistert zwischen den Zähnen, und ist imWasser, in Säuren und den meisten Flüssigkeiten in derRegel vollkommen unlöslich. Ihr specifisches Gewicht ist-»66. Sie ist in der strengsten Hitze unserer Oefenunschmelzbar; vor der Flamme einer Weingeistlampe aber,auf welche Sauerstoffgas geblasen wird, schmilzt sie zueinem hellen farbenlosen Glase.

In der Natur kommt die Kieselsäure häufig krystalli-sirt vor. Ihre gewöhnlichste Gestalt ist ein sechsseitigesPrisma, mit sechsflächiger Zuspitzung. Zuweilen fehlt dasPrisma, und die Zuspitzungen bilden dann eine doppeltsechsseitige Pyramide.

Die Kieselsäure kann sowohl im Wasser, als in Säu-ren aufgelöst werden; jedoch sind dazu mancherlei Um-