4S4 Stickstoffoxyd.
Namen Acide hyponitreux, untersalpetrichte Säure, erhält,und zwar aus dem Grunde, weil sie gerade aus einemVolum Stickgas und 2 Volum SauerstofFgas gebildet wird.Ich kann aber dieser Ansicht nicht beitreten, denn einejede Säure hat ihre Charaktere als Säure durch ihr Ver-mögen, sich mit Salzbasen zu Salzen zu verbinden. Derhier beschriebenen Säure fehlt dieses Vermögen gänzlich,und zu den Salzbasen verhält sie sich durchaus wie eineVerbindung von salpetrichter Säure mit Salpetersäure,welche die Salze dieser beiden Säuren hervorbringt; daman dagegen, nach der Analogie mit der Unterschwefel-säure, erwarten mufste, dafs sie Salze gäbe, in welchendie Base zugleich mit der Menge von salpetrichter Säureund Salpetersäure vereinigt wäre, die erforderlich ist,wenn jede für sich -«in neutrales Salz mit der Base lie-fern sollte.
3. Gasförmiges Stickstoffoxyd. Salpetergas.
Nitroses Gas.
Dieses Gas erhält man in den meisten Fällen, woSalpetersäure durch Metalle oder andere brennbare Kör-per zerlegt wird; jedoch ist es selten rein, sondern sehroft mit Stickstoffgas, kohlensaurem Gas und gasförmigemStickstoffoxydul verbunden.
Am reinsten wird es bereitet, wenn man Kupfer oderQuecksilber in der Wärme in gewöhnlichem Scheidewas-ser auflöst. Die Auflösung geschieht in einer kleinen Re-torte, die so viel als möglich gefüllt wird, ohne dafs dieMasse beim Kochen überlaufen kann, und das Gas wirdnicht eher aufgefangen, als bis die atmosphärische Luftaus dem Gefäfse vertrieben ist, welches dann der Fallist, wenn das Innere der Retorte nicht mehr roth gefärbterscheint. Man mufs es über ausgekochtem Wasser auf-fangen, damit es nicht durch den Stickstoffgehalt derim Wasser enthaltenen atmosphärischen Luft verunreini-get wird.
Dieses Gas ist farbenlos, verändert die blauen Pflan-