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Schwefelsäure und Wasser.
dem mitten in der Flüssigkeit vor sich geht, auch dieconcentrirte Säure keine Zeit behält, zu Boden zu sinken.Sonst pflegt man auch dem Wasser kleinere QuantitätenSchwefelsäure auf einmal zuzusetzen und das Gemengejedesmal eine Weile umzuschütteln.
Mischt man 1 Theil Schnee mit 4 Theilen concen-trirter Schwefelsäure von 0°, so wird die Temperaturder Mischung —j-100°. Läfst man diese nachher bis auf0° erkalten, und mengt sie dann mit dreimal so vielSchnee, so entstehen 20° bis 25° Kälte. Die Ursachedavon ist, dafs die Säure zuerst Wasser chemisch, alsKrystallwasser, bindet, und dafs dabei, wie bei allenchemischen Verbindungen, eine Quantität Wärmestoff ent-wickelt wird, dafs aber nachher, wenn der erkaltetenSäure noch mehr Schnee zugesetzt wird, dieser von derflüssigen Säure aufgelöst wird, und von ihr Warme auf-nimmt, um ebenfalls flüssig zu werden, ganz so, wie esder Fall ist, wenn Salze durch Lösung im Wasser ge-schmolzen werden.
Bei Mischung der Schwefelsäure mit Wasser wirddas Volumen des Gemisches, nach dem Abkühlen, klei-ner, als das Volumen von beiden zusammengenommenvorher war. Gleiche Theile Säure und Wasser, gemischtund zu ihrer ursprünglichen Temperatur abgekühlt, ver-lieren yf| 5 , oder ziemlich 3 Procent von ihrem erstenVolumen. Man schrieb diesem Zusammenziehen anfäng-lich die Wärmeentwickelung beim Zusammenmengen derSäure und des Wassers zu; auch läfst sich nicht läugnen,dafs dasselbe zur Erhöhung der Temperatur etwas bei-tragen mag. Indessen hat die Erfahrung nachher bewie-sen, dafs es eigentlich von der, chemischen Vereinigungder wasserhaltigen Säure mit einem neuen Amtheile Was-ser herrühre, und man hat nachher gefunden, dals esFlüssigkeiten giebt, die beim Zusammenmischen Wärmeentwickeln, ungeachtet das Gemische nachher bei gehöri-ger Abkühlung ein gröfseres Volumen einnimmt, als diegemengten Flüssigkeiten vor der Vermischung einnahmen,wie z. B. Weingeist und Wasser, wenn sie in gewissenVerhältnissen vermischt werden. Wenn sich die Schwefel-