Druckschrift 
1,2 (1825)
Entstehung
Seite
459
Einzelbild herunterladen
 

459

Eigenschaften d. wasserhalt. Schwefelsäure.

Zeit lang, lind sobald sich das schwefelsaure Bleioxydgefällt hat, so entsteht wieder das stoßende Kochen unddie Gefahr, sowohl die Gefäfse, als die Säure zu ver-lieren.

Die Schwefelsäure von 1,S5 specifischem Gewicht isteine klare, farbenlose, ölartige Flüssigkeit, die man ehe-dem Vitriolöl und Vitriolsäure nannte. Sie gehörtzu den wenigst flüchtigen Flüssigkeiten, und kocht erstbei —f—326Dabei ist jedoch zu bemerken, dafs einewasserhaltigere Säure, d. b. die ein geringeres specifischesGewicht besitzt, bei einer um so niedrigeren Tempera-tur kocht, je mehr sie Wasser enthält, und dafs dabeinur Wasserdämpfe entweichen, während beim Kochen derconcentrirten Säure diese selbst in Dämpfen aufsteigt.Das beim Kochen gebildete Gas verdichtet sich leicht zueinem dicken, weifsen und schweren Rauche, welchersauer riecht und leicht zum Husten reizt. Die nordhäu-ser rauchende Säure erstarrt bei — 12° zu einer, auskleinen Krystallnadeln zusammengesetzten Masse. Diegewöhnliche wasserhaltige Säure erstarrt erst bei —34°,und bildet dann oft regelmäfsige, plattgedrückte sechssei-tige Prismen.

Die Schwefelsäure hat eine starke Verwandtschaftzuin Wasser, so dafs sie, in schlecht verschlossenen Ge-fäfsen aufbewahrt, die Feuchtigkeit aus der Luft an sichzieht, und dabei an Gewicht und Umfang zunimmt, aberauch zugleich verdünnt wird. Mischt man dieselbe mitWasser, so entsteht Wärme, und zwar in einem solchenGrade, dafs die Vermischung mit einer gewissen Vor-sichtigkeit gemacht werden mufs, wenn nicht die Flüssig-keit zum Theil mit Explosion umhergeschleudert, oderdas Gefäfs, wenn es von Glas ist, zersprengt werden soll.Man mufs daher nicht das Wasser zur Säure, sonderndiese zum Wasser giefsen. Am besten geschieht diefs,wenn man das Wasser in eine wirbelnde Bewegung ver-setzt, und dann die Säure in einem dünnen Strahle mit-ten in den Wirbel hineingiefst, damit die Vereinigungder Säure mit dem Wasser nicht am Glase selbst, son-I. 31