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Am Feierabende
an die Worte Simeons zu erinnern, daß Jesus „dasLicht zur Erleuchtung der Heiden" ist, und daßauch wir „als Kinder des Lichtes" wandeln sollen.(Luk. 2, 32. Ephes. 5, 8).
Fr. Warum wird dabei die sogenannte Lichter-procession gehalten?
Antw. Um uns desto lebhafter den Zug der ge-benedeiten Jungfrau und des heiligen Joseph, vereinigtmit Simeon und Anna, nach dem Tempel vor Augenzu stellen, und zur besonderen Huldigung Mariä, dieuns das Licht der Welt gebracht hat. (Sieh das vor-hergehende Bild!)
Fr. Wann bedient man sich der geweihten Kerzenganz besonders?
Antw. Bei der heiligen Taufe und auf demSterbebette.
Belehrung. In dm zwei wichtigsten Augenblicken desLebens gibt man uns brennende Kerzen in die Hand: beider heiligen Taufe und auf dem Sterbebett; bei derheiligen Taufe, um dem Täufling dadurch anzudcuten, daßer von der Finsterniß zum Lichte, d. i. zu Jesus Chri-stus — berufen worden ist, welchem Lichte er nun folgensoll, indem er gleichsam selbst ein Licht ist, angezündet ander Sonne der Gerechtigkeit — Jesus Christus —, undalso sein Licht leuchten läßt durch einen in der Liebe thätigenGlauben; auf dem Sterbebett, damit dem Sterbendenauf seinem Gang durch die finstere Todesnacht Jesus Chri-stus, dieses Licht der Welt, leuchten und ihn zu dem freu-denvollen Lichte des ewigen Lebens hinüberführen möge. —Denke oft, o christliche Seele! an diese ernste Bedeutung derTauf- und der Sterbkerze! Es wird dir zum Heilegereichen.
Fr. Warum weiht die Kirche am Mittwoch beimBeginne der Fastenzeit die Asche?
Antw. Damit wir uns demüthigen und aufrichtigeBuße thun sollen; darum sagt der Priester, während erAsche auf das Haupt streut: „Gedenke, o Mensch! daßdu Staub bist und iu den Staub wiederkehren wirst."
Belehrung und Beispiele. Durch Bestreuung mitgeweihter Asche und durch die Erinnerung an den nahen undgewissen Tod will uns die Kirche zur Buße ermuntern undzugleich den Geist der Demuth und Selbsterniedrigung in
des 23. August.
uns Hervorrufen, ohne welche keine wahre Buße Gott wohl-gefällig sein kann. Die Asche aber war schon von Altersher ein Symbol der Buße und Verdemüthigung; wir findenin der heiligen Schrift verschiedene Beispiele und Belege hie-für. So thaten z. B. schon die Ninivitcn in Sack undAsche Buße. Auf die Büßpredigt des Propheten JonaS(3, 6.) „stand der König Ninive's von seinem Throne aus,zog das Trauerkleid an und setzte sich in die Asche." —Judith that ein Bußkleid an, streute Asche auf ihr Hauptund warf sich nieder vor dem Herrn, „um seinen Segenauf ihr Vorhaben herabzuflchcn." (9, k.)— Als Mardo-chäus von den Anschlägen gegen das Leben aller Juden inPersien Kunde erhalten hatte, „zerriß er seine Kleider, legteeinen Sack an und streute Asche auf sein Haupt . . . .Und Viele nahmen Säcke und Asche statt des Lagers."(Esth. 4, 1 — 3.) — Du siehst also, mein christlicherLeser! daß die Asche schon im A. B. ein Zeichen der Bußeund Trauer, der Demuth und Selbsterniedrigung war. Er-kenne hieraus auch zugleich den Sinn der geweihtenAsche im N. B! Thue Buße und demüthige dich vor demHerrn, damit er deiner schone und dich wieder in Gnadenaufnehme!
Legende: Der heilige Bekenner PhilippusBenitius (ch 1285).
WMM!
Heute feiert die Kirche das Fest eines Heiligen,der durch seinen^frommen und heiligen Wandel, sowiedurch sein abgetödtetes Leben zu erkennen gab, daß erdie erhabene Bedeutung der geweihten Kerzen und der