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Am Feierabende
durch Andere geschehen, jetzt in der Firmung durch Denjeni-gen selbst geschehe, dem das Sakrament der Firmung ertheiltwird; 4) um der Gefahr vorzubeugen, das Sakrament nocheinmal und alsdann ungiltig zu empfangen, welche Gefahrnicht eintretcn kann, wenn der Firmling bei reiferm Altermit Bewußtsein das Sakrament empfangen hat.
Fr. Wie soll man die Firmung empfangen?
Antw. Man soll 1) im Stande der Gnade seinund inbrünstig um die Gaben des heiligen Geistes bit-ten, 2) Gott versprechen, als ein guter Christ zu lebenund zu sterben, 3) sich nicht entfernen, bevor der Bischofden Segen gegeben hat.
Belehrung. Zum würdigen Empfang der Firmungist nothwendig, daß der Firmling 1) im Stande derGnade sei, da die Firmung ein Sakrament der Lebendigenist, und man sonach das Leben der Seele schon haben muß,wenn man es mit Nutzen, d. h. zur Vermehrung der heilig-machenden Gnade oder des übernatürlichen Lebens empfangenwill. Daher muß man sich zum Empfange der heiligenFirmung vorbereiten; man muß nämlich s) sein Ge-wissen von allen, wenigstens schweren Sünden reinigen durchdas heilige Sakrament der Buße; b) muß man sich in denGrundwahrheiten des Glaubens, namentlich in Dem, was dieFirmung angeht, wohl unterrichten lassen; weßhalb man, wieschon oben erklärt wurde, keine unmündigen Kinder „ohnerechtmäßige Ursache" zur heiligen Firmung zulassen darf;e) muß man, wie die Apostel zu Jerusalem (sieh das vorstehendeBild!), nach der Gnade des heiligen Geistes herzliches Ver-langen tragen und deßhalb Gebete und gute Werke (Fasten,Almosen rc.) verrichten. — 2) Bei der Firmung selbstsoll man inbrünstig um die Gaben des heiligen Geistes bit-ten und Gott versprechen, als ein guter Christ zu leben undzu sterben; auch soll man sich nicht entfernen, bevor derBischof den Segen gegeben hat. In dieser letzteren Be-ziehung wurde auf der Synode zu Lüttich (1287) festge-setzt: „Die Firmlinge sollen ermahnt werden, daß sie zeitigzur Firmung kommen, so zwar, daß sie schon dem erstenGebete beiwohnen und bis zum letzten Gebete, welches überdie Gefirmten verrichtet wird, da bleiben." — 3) Nachder Firmung soll man, wie sich von selbst versteht, Gottdemüthig für die empfangenen Gnaden danken und den Tagbesonders gottselig zubringen; endlich soll man die Gnadedes heiligen Geistes durch beharrlichen Kampf gegen dieFeinde des Heiles und durch Eifer im Guten bewahren undvermehren, der Ermahnung des heiligen Paulus entsprechend,
Metzler, Hausbuch.
des 18. Juni.
der da schreibt: «Wisset, daß ihr ein Tempel des heiligenGeistes seid, und Gott in euch wohne; traget und verherr-lichet also Gott in euerm Leibe! Betrübet nicht den heiligenGeist, mit welchem ihr versiegelt seid auf den Tag der Er-lösung; löschet den heiligen Geist nicht aus! .... Bewahretalso das durch den heiligen Geist euch anvertraute Gut!"(1. Cor. 2 u. 3.)
Beispiel und Anwendung. Ein gar schönes Bei-spiel in Bezug auf den würdigen Empfang der heiligen Fir-mung geben uns die Japanesen. Diese empfangen, wieuns der Jesuit Johannes Hejus erzählt, dieses Sakra-ment mit einer so frommen und andächtigen Gesinnung, daßein Bischof von Japan sagte, er habe nie und bei keinemChristenvolke eine solche Liebe, Andacht und Verehrung gegendieses heilige Sakrament angetrosfen, als wie bei den Japa-nesen. Darum darf es uns nicht wundern, daß die Gnadedieses Sakramentes auch in den Japanesen sich besonderswirksam zeigte und sie stärkte, auch in den grausamsten Ver-folgungen standhaft zu bleiben. — Ach, mit wie vielem Mar-tyrerblute wurde der Acker des Herrn, den der heilige FranzTaver zuerst in Japan bebaut hatte, daselbst getränkt!Schon im Jahre 1590 wurden mehr als 20,000 Christenbeiderlei Geschlechtes theils enthauptet, theils gekreuziget, theilslebendig verbrannt. — Ebenso wenig darf es uns aber auchwundern, daß in unfern Tagen der Glaube mancher Christenso schwach, so leicht verführbar, bei jeder Versuchung so nach-giebig ist, da mit so geringer Andacht die heilige Firmungoft empfangen und die darin empfangenen Gnaden so geringgeschätzt werden.
Legende: Die heiligen Märtyrer Markusund Marzellianus. (f 286.)
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