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6 (1852) Die Gruendung Prags
Entstehung
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304
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Bedenkt, ihr Männer, wo ein Mann regiert,

Wird meist das Ruder doch vorn Weib geführt.

Des Königs Willen trägt die freche Dirne,

Die ihm zu Willen ward, auf frecher Stirne.

Erwäget euer Heil, nicht von mir wanket,

Ich sehe vor, daß einstens ihr mir danket!

Das Volk (schreit ungestüm durcheinander).

Du sollst den Herrn, den Herzog uns ernennen!

Wen du erwählst, deu wollen wir erkennen!

Wir weichen ohne Herzog nicht von hier!

Wir lassen ohne Herren nicht von dir!

Libu ssa.

Bedaurenswerthes armes Volk der Chechen!

Du hast noch nicht erlernet, frei zu leben.

Selbst willst du nun deu Stab der Freiheit brechen,

Die edle Männer sterbend hin nur geben.

Die Hand willst willig du zur Fessel strecken,

Zum Joch den ungewohnten Nacken recken.

An dir wird späte Nachreu' einst bewährt,

Wie an den Fröschen, die deu Storch begehrt.

Ihr mögt Wohl nicht des Herzogs Rechte kennen,Erschrecket nun, ich will sie kürzlich nennen.

Leicht ist es, einen Herzog aufzustellen,

Schwer ist es, einen Herzog abzustellen.

Vor seiner Macht, deß Macht noch bei euch steht,

Vor seinem Anblick, ist er erst erhöht,

Wird wie im Fieber euer Knie erbeben,

Die Zunge euch vor Schreck am Gaumen kleben.

Kaum spricht er, so seufzt Furcht auch aus dem Knecht:Ja, Herr, versteht sich! Küss' die Hand, ganz recht!Sein Wink wird euch, ohn' einmal nur zu fragen,Verdammen, fesseln, an den Galgen schlagen!