141
Und wälzet mir mit ungestümem WesenDie wilde Woge in die Saat hinein,
Libufsa, sag dem übermüth'gen Fluß,
Daß er zu seinem Bette kehren muß.
Libussa.
Dein Garten, Landmann, ist mir wohl bekannt,
Weislich hast deinen Feind du nicht genannt,
Nur bänd'gen willst du ihn, und nicht beleid'gen;
Wer unter euch will nun den Fluß vertheid'gen?
(Alle schwelgen; man erblickt eine Verlegenheit an DomaSlauS.)
Dich fesselt, Fluß, mein Spruch mit einem Damme,
Den nimmermehr dein Übcrmulh verletze,
Dich, der den Armen drängte, ich verdamme,
Mit Fischen siebenfach du ihm ersetze
Die Saat, die du zerstört mit deinem Schlamme,
Ein Feldverständigcr den Schaden schätze;
Den Armen drücken ist des Reichen Schande,
Und dieses werde kund gethan im Lande.
Lwcitec Slavc.
Bei dir, Krok's weise Tochter, such ich Rath,
Ich frage, wem gehört die Frucht der Saat,
Dem Säemann, der die Körner mühsam sä't,
Dem Sturmwind, der muthwillig sie verweht?
Libu ssa.
Den Säemann lohnt nur Siwa mit den Ähren.
Lweitcr Slavc.
So wolle Fürstin mir den Sturm beschwören,
Daß er austobe auf dem eignen Pfade,
Und ferner nicht dem frommen Säemann schade.