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6 (1852) Die Gruendung Prags
Entstehung
Seite
99
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SS

Die Töne machen alles wieder gut,

Zerriss'ne Herzen füllet ihre Flut.

(Schwermüthige Hernmclodie. Libussa sitzt an einem Felsen,Stratka und Scharka sieben ihr zur Seite, Wlasta hinterihr. Stratka scheint im Nachdenken begriffen, und schwingtzugleich ihr Beil im Takte der Musik. Es fliegt ein Pfeil nachLibussa. Wlasta fängt ihn mit ihrem Schild auf.)

Wlasia.

Ihr Mägdlein, Schilde vor, es droht Gefahr!

(Die Mägdlein decken Libussa mit Schilden. Ziack klettert aufeine Eiche.)

Libussa.

Verrath! Verrath! o fechte, meine Schaar!

(In diesem Augenblicke springen mehrere Avaren hinten hervor undreißen Libussen ins Gebüsch, Wlasta schlägt mit dem Beilewüthend drein, Moribud trifft sie mit einem Pfeil in den Arm.Bon allen Seilen dringt der Feind ein und wird kühn zurückgedrängt,sie verlassen alle fechtend die Bühne. Das volle Orchester fallt beidem ersten Pfeilschuß in die Waldhornmelodie ein und begleitet dasGetümmel des Streites diminuendo bis in einige Entfernung; mansieht Ziack schreibend auf der Eiche beschäftigt. Werschowetzund Domaslaus treten von entgegengesetzten Seiten auf, siemessen sich mit eifernden Blicken, die Musik verstummt in leisesterFerne.)

Werschowetz.

Was treibt dich, Domaslaus, hieher zum Wald?

D o m a s l a u s.

Was treibt dich, Werschowetz, hieher zum Wald?

Werschowetz.

Du suchst Wohl fette Weide, satter Hirt?

D o m a s l a u s.

Du suchst wohl zahmes Wild, mein brünst'ger Jäger?

Wcrschol» e h.

Du suchst wohl zahmes Vieh, das sich verirrt?

D o in a s l a u s.

Wer stellte dich in diesen Wald als Hager?

7 *