Druckschrift 
2 (1837)
Entstehung
Seite
848
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zwischen zwei von Natur feindseligen Prinzipien zwar auf einigeZeit beschwichtigt, aber nicht gründlich geheilt werden kann.Der Papst hatte sich, wie es scheint, von seiner Gefälligkeitgegen Napoleon sehr große Vorthcile für die römischen Staatenversprochen, welche nicht in Erfüllung gingen. Hierdurch fingschon i. I. 1805 eine Spannung zwischen dem Römischen undFranzösischen Hof an sichtbar zu werden. Diese vermehrte sichbei allen folgenden Kriegen und Eroberungen Napoleons, be-sonders denjenigen, die er in Italien machte. Der Papst, wel-cher sich in seinen Staaten je länger desto mehr beengt fühlte,zeigte sich den Gegnern Napoleons immer geneigter als ihm, sodaß Rom endlich in Italien der Sammelplatz aller gegen Frank-reich feindlich gestimmten Personen ward. Dieses veranlaßteeinen sehr weitläufigen Notenwechsel zwischen beiden Höfen, derdamit endigte, daß im Anfang des Jahrs 1808 FranzösischeTruppen in Rom einrücktcn, daß ferner durch ein KaiserlichesDecret vom 2ten April 1808 die drei Legationcn der MarkAnkona dem Königreich Italien einverleibt und durch ein spä-teres Decret v. 17tcn Mai 1809 sämmtliche Staaten des Pap-stes mit Frankreich vereinigt wurden. Der Papst machte indieser Noth Gebrauch von der einzigen obschon schwachen Waffe,die ihm übrig blieb; er bedrohte Napoleon in einem an diesenselbst gerichteten Schreiben (Breve) v. 27ten März 1808, wenner von seinen Attentaten gegen die Kirche nicht abstände, mitder Ercommunikation. Durch ein späteres apostolisches, inForm eines Breve verfaßtes Schreiben v. lOten Junius 1809sprach der Papst wirklich gegen Alle, welche nach Besetzung derStadt Rom und des Kirchenstaats gegen die kirchlichen Frei-heiten und die geistlichen Rechte des H. Stuhls gehandelt hät-ten, so wie gegen alle, die zu diesen Handlungen beigctragenoder gerathen, sie begünstigt, befohlen u. s. f., die Ercommuni-cation (exoommunicgtio inojor) aus.*) Allein Napoleon warnicht der Mann, der sich durch solche Schreckmittel von seinem

*) Der Text dieses Schreibens findet sich unter andern in:1->es guatro Oonooräots pso I>I. 6s kosär sricien srobe-vögue 3« lUslinLs koris, III. tomos (tom. II. p. 330).