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Türkei und Griechenland (1829 und 1830)
aus den Briefen des Präsidenten Capodistrias und in Paris durch Hrn. Eynard,sowie aus des Generallieut. Sir Rich. Church's „Observation» an a eliFible lineuk krontier 5or Oreeee, ns »n ioäepenäent state" (London 1830, dem Parla-mente und ihm gewidmet) sich überzeugt, baß die griech. Regierung die für Griechen-lands Sicherheit so gefahrvolle Grenzlinie, welche mehr als einen halben Breiten-grad und mehr als ein Dritttheil dem Festlande des griechischen Staates entstehe,nicht anerkennen, und daß die Nation nur durch Gewalt genöthigt, die von ihr be-reits besetzten wichtigen Punkte in Akarnanien und Thessalien räumen werde; derPrinz wollte also nicht gegen den Willen der Griechen an die Spitze des neuenStaats treten, noch weniger seine Regierung mit Zwangsmaßregeln zur Verkleine-rung des bereits freigewordenen griechischen Festlandes beginnen. Auch mochtendie nach dem bald zu befürchtenden Tode des Königs Georg IV. England bevorste-henden Veränderungen deS Prinzen Leopold Entschluss bestimmen. Jetzt scheintan keine Zurücknahme des Protokolls vom 3. Febr. gedacht werden zu können; dieWahl des künftigen Souverains aber schwankte noch am Ende des Julius 183Vzwischen dem Prinzen Paul von Würtembcrg, dem Prinzen Friedrich von Preu-ßen, dem Neffen des Königs, und andern deutschen Fürstensöhnen. Unterdessenfahrt Capodistrias fort, die Verwaltung des griechischen Staats zu ordnen. DieRegierung hat vorläufig seit dem 21. Oct. 1829 ihren Sitz wieder in Napoli diRomania genommen, und am 10. Oct. als Landesmünze einen Phönix in Silber(an Werth 1 Frank) von 100 Leptinen in Kupfer (gleich einem Para oder Centime)prägen lassen, sodaß 6 Phönix einen spanischen Piaster gelten. Auch ward 1830ein griechischer Orden, der des heiligen Erlösers, errichtet. Übrigens kann die Ver-waltung des jungen Staates ohne Unterstützung an Truppen und Geld nicht be-stehen. Rußland, Frankreich und Eynard gaben bisher Geld; Rußland beschütztedie Regierung durch s. Flotte, Frankreich durch Truppen. Die Ausgaben desgriechischen Staates bebefen sich vom Januar 1828 bis zum April 1829 auf23,787,022 türkische Piaster, die Einnahme aber nur auf 8,539,969; das Feh-lende ward durch russische Subsidien (4,383,000), französische (8,255,000) undandre Zuschüsse herbeigeschafft. *)
*) Zu den in den Art. Os manisch cs Reich und Griechenaufstand bemerktenSchriften setzen wir noch folgende hinzu: „I'be establisbment vk tbe '1'urles inKurvps" (London sMmray) 1828, man sagt, vom Lord Ruffel); „lVloeurs turguesnu äix-neuvieme siecls", von Gregor Paläologus, gcb. zu Konstantinopel (Paris1827). Bon v. Hammer's „Geschichte des osmanischen Reichs" ist der 5. Bd. 1830erschienen. I. Emerson's „Oioture ok 6reee in 1825" (London 1826, 2 Bde.).Über den inner» Zustand der griech. Verwaltung gaben die Briefe des Hrn. Jam.Emerson, Agenten des griech. Vereins in London, an Hrn. Jos. Hume, den Vorstanddesselben (London, den Z. Nov. 1825), und das Sendschreiben des Hrn. Lytton Bul-wer (der im 1. 1824 nebst Hrn. Hamilton Browne, als Commiffair wegen der griech.Anleihe in London, nach Griechenland sich begab) an die provisorische griech, Regie-rung vom ö. Nov. 1825, sehr niederschlagende Nachrichten. Fontanier's „Vo^axes«u Orient, entrepris pur oräre äu gvuvernement trany. tle l'annee 1821 st1829. '1'urguie ü'.lsie, Oonstantiuople, 6rece" (2 Bde., Paris 1829); I. Ful-ler's „Xarrative ok u tour tkrouxb snme parts ok tlie I'urbisk Kmpire" (Lon-don 1880); Louis Duprä's ,,Vv)-. st rltbenes et st Oonstantiiiople" (Paris 1830Fol., nach Zeichnungen an Ort und Stelle); Mac-farlane: , I^u 'l'urguie sn 1828 et1829" ;a. d. Engl. w. Charten, Z Bde., 2. Ausl. Paris 1830); Bar. v. Stackel-berg: „I-a Orece. Vues pittoresgues et tnpograpbig." (litkogr. in Paris undLondon; 27 Lief. Fol., Paris 1830 fg.); M. W. Lcake's ,,'lkravels in tlre stlorea"<Z Bde., London 1830, m. Charten, Planen u. Inschriften). Eine gute Zusammenstel-lung ist Depping's „I,u Orstee, vu äescript. topvgrapbig äe la iOivaäiv, äe I»lVlorde et äs j'.Vrcbipel" >4 Bde. m. Charten und Kpf., Paris 1830). Noch cm-vfehlen wir zur Kenntniß der Geschichte der Griechen: Villemain's „Imscaris, vules Orecs äu XVistms sibole" (Paris 1825, 2 Bde.); den 5., 6. und 7. Th. des,,'1'ableau äs I empire ottoinun", von M... d'Ohßo», die 1824 erschienen sind,