Druckschrift 
12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
427
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L XanLippus 427

Rulmken's Schüler, wurde 1771 Prof, der gri'cch. Sprache und der Philosophiea,n Wytcenbach- Athenäum zu Amsterdam, 1799 Prof, der Beredsamkeit zu Ley-> den, pcivatisicte 1816 einige Zeit zu Heidelberg und kehrte dann wieder nach Ley-den zurück, wo er, von Blindheit und Alter gedrückt, 1819 gestorben ist. Er zeich-nete sich durch tiefe Kenntnisse in den Wissenschaften des Alterthums aus und hatwehre schätzbare Ausg. griech. und röm. Elassiker besorgt, auch mehre andre Schrif-ten i» seinem Fache versaßt. Wir begnügen uns, seine Ausg. des Plutarch (Vlu-tarvln inor-rlier", Oxford 1795 1810, 6 Thle. in 7Bdn. 4., oder12Bdu.1 8.), s- meisterhafteVita kulmlrvnü", womit er seinem ehemaligen Lehrer ein

schönes, auch von Seiten der Latinität ausgezeichnetes Denkmal gesetzt, s.Libllo-tlieea vritien" und seine8eivrta prlnvipunr ln8t»iiearuiu Ltv." anzuführcn.Mahne schrieb eineVita VlJttenbavIni" (Gent 1823 °. SeineOjmsvula" er-schienen Leyden 1821, und eine Auswahl derselben von Friedemann (Braunschw.1825). W-'sWitwe, Johanna, geb. Gallien, aus Hanau, Verfasserinmehrer geistvollen Werke, lebt in Paris, und erhielt 1827 von der UniversitätMarburg, bei ihrer 3. Säculacseier, die Philosoph. Doktorwürde.

X.

A, der 24. Buchstabe des deutschen Abc, welcher einen aus ks zusammengesetztenLaut bezeichnet.

Tauten (Säulen), Stadt in der preuß. Provinz Kleve -Berg, im Regie-rungsbezirke Düsseldorf (rheinberger Kreis), unweit des Rheins, mit 2650 E.,hat einige Fabriken und ist wegen der römischen Alterthümer, die in der Nähe ge-funden werden, merkwürdig. Hier sollen Vllpia oastra, und in der Nähe Veteracnstra gestanden haben. Man steht noch daselbst den Grund eines Amphitheaters.Auch glaubt man auf dem Vorstenberge die Spuren von dem Pratorium desQuint. Varus, und in der Nahe der alten Burg die der vvlonia 'Vrajamr entdecktzu haben.

Xanthippe, die launenhafte, zänkische Ehehälfte des Sokrates, derenName wol nicht auf die Nachwelt gekommen sein würde, wäre sie nicht eben dieGattin des Sokrates gewesen. Nur einem solchen Weisen war cs möglich, die Gril-§ Im einer Xanthippe zu ertragen. Als Alcibiades ihn fragte, wie er sich entschließen, könne, mit einem solchen Weibe zu leben, antwortete Sokrates:Weil sie meineGeduld übt, und ebendadurch mich fähig macht, alles Unrecht, das mir von An-dern widerfährt, zu ertragen". Auch Xenophon legt in dem bekanntenPhilo-sophischen Gastmahle" dem Sokrates cine Vertheidigung seiner Frau gegen die un-artigen Ausfälle des Antisthenes in den Mund. Als einst Alcibiades dem Sokra-tes einen vortrefflichen Kuchen übersendete, riß sie ihn aus dem Korbe, in welchemer überbracht wurde, und trat ihn mit Füßen.Du wirst nun nicht davon essenkönnen", war Alles, was Sokrates lächelnd sagte. Xanthippe ließ aber auch demCharakter ihres Gatten Gerechtigkeit widerfahren. Sie rühmte es öffentlich,daß sie ihn unter allen, auch den erschütterndsten Ereignissen, stets gleichmüthigund mit unveränderter Miene gefchen hätte. Dieser Zug laßt fast vermuthen, daßder Charakter der Xanthippe absichtlich von den Schriftstellern zu sehr in Schattengestellt worden sei, um den Eontrast mit Sokrates desto auffallender zu machen.Mit ihremNamen bezeichnet man indessen gewöhnlich ein unverträgliches, zanksüch-tiges Weib, welches dem Manne das Leben sauer macht.

Xanthos, s. Skamander.

Xantippus, ein dem Körper nach unansehnlicher, aber durch geistige Fä-higkeiten sehr ausgezeichneter Feldherr der Lac damonicr, von denen er im ersten