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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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Anhang

Türkei und Griechenland. Beide Worte haben seit 4 Jahrhunder-ten in der Geschichte des europäischen Staaten- und Völkerlcbcns eine traurigeMerkwürdigkeit erlangt, die mit jedem Jahre für die spätere Nachwelt uncrklärba-rer wird. In dem Ursttze der europäischen (Zivilisation hat auö dem wilden Sturmeasiatischer Eroberer, mitten unter den edelsten Trümmern der alten Welt, ein Volksein Dasein gerettet, das wie der Unglückliche km Schiffbruch mit den Wogen desTodes, so mit den Feinden des Christenlhums und der Eivilisation um Leben undFreiheic kämpft, wahrend das christliche Europa, sonst überall für Ruhe und «Sicher-heit verbündet, dem letzten Todcskampfe der Hellenen 7 Jahre lang zuschaule, ohneeinen Beschluß zu fassen, wie ihn die Nachwelt von uns-rm Zeitalter zu erwartendas Recht hat. Seil 1821 wußte Europa, daß die Griechen als Volk noch vor-handen waren; indem es aber dies zuerst aus dem Naturkampfe der Verzweiflungerfuhr, glaubte cs, von Tag zu Tag den letzten Funken des hellenischen Lebens ver-löschen zu sehen. Jeder neue Feldzug, den die Barbaren aus Asiens Steppen-wüste Fremdlinge, welche einst der Volkersturm aus Hochasien gleich einemHeuschreckenheere auf die schönen Fluren griechisch - christlicher Bildung geworfenhatte gegen die Urbewohner des alten Landes unternahmen» sollte, dies glaub-ten oder hofften Manche, der letzte sein, der die Vertilgung der Unglücklichen vollen-dete. Darum stieß Europa die Arme des um Hülfe Flehenden Jahre lang zurück.Aber immer rang er sich wieder empor und vertheidigte mit blutenden Händen dieGräber seiner Väter. Gleichwol erkannte Europa in dem Dränger jenes Volksnichts weniger als eine auf festen Grundlagen ruhende Staatsmacht; vielmehr er-wartete cs von Tag zu Tag das Zusammenstnken dieser hohlen Masse von Serail-sklaven- und Janitscharcnpöbel. Bisher hatte jedoch den morschen Staat die eifer-süchtige Staatskunst naher und entfernter Mächte gestützt, darum verlängerte sichvor unfern Augen der ebenso sonderbare als schreckliche Kampf zwischen einen»Staate und einem Volke, die beide, jener als Staat, dieses als Volk, dem Unter-gänge gleich nahe standen. Die hohe Pforte schien so wenig im Stande zu sein,das Griechenvolk zu bezwingen, daß cs den kühnsten, den mächtigsten und denschlausten seiner Satrapen aus Afrika herbeicief, damit er die letzten Griechen er-würgte, ihre Frauen und Kinder als Sklaven an den Nil schleppte und Afrikanerauf Hellas elastischen Boden schleuderte. Solche Schande hatte Europa noch nichterlebt. Ja es boten selbst einzelne Franzosen die Hand dazu, Morea zu unterjochenund Europäer als Sklaven nach Afrika zu liefern! *) Wäre es mit Hülfe dieserRenegaten dem mächtigen Vicekönig von Ägypten gelungen, was im Mittelalterso vielen kühnen Dynastenstiftern in Asien und Afrika gelang, das ägäische Meerund den Peloponnes nebst Kreta mit dem Nillande zu Einem Staate zusammenzu-kctcen, so würde diese ägyptische Dynastie, ähnlich den alten Fatimiden, allein imStande gewesen sein, zumal wenn sie alle talentvolle Abenteurer aus Europa ansich gezogen hatte, dos Mittelmeer zu beherrschen, die Dardanellen zu verschließen,

Die friiiiz. Regierung", sagte der Fmanzminister VlllLle in der Deputirtenkam-mer am 25. März 1826,habe großes Interesse, den Pascha von Ägypten mit Wohl-wollen zu behandeln". Auö einem edlern Beweggründe zeigte der britische MinisterCanning mehr Wohlwollen sür die Griechen. Auch konnte schwerlich eine factisch sou-veraine Macht des Vicckönigs von Ägypten im Mittelmccre und der Levante der eng-lischen Staatskiinst willkommen sein/