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Türkei und Griechenland (1824)

! ftig verließ. Die Türken erstürmten darauf die Anhohen im Rücken der Stadt.Sic konnte sich nicht halten. Nun retteten die Primaten und Ephoren auf dieSchisse und Barken im Hafen Greise, Weiber und Kinder. Einige Fahrzeuge ver-sanken, andre wurden von den Türken genommen; einzelne Flüchtlinge wurdenvon 2 sranz. Fregatten ausgenommen; die übrigen entkamen, unter Apostoli's Füh-rung, nach Hydra, ch Unterdessen wurde die Stadt auf allen Seiten angegriffen;die Griechen kämpften von Straße zu Straße, von Haus zu Haus. Mord undPlünderung dauerten die ganze Nacht. Am Morgen des 4. Juli hielten sich nochi 2 kleine Forts und das Kloster St.-Nikolaus. Nach hartem Kampfe zogen sich

0 die Tapfem, sämmtlich entschlossen zu sterben, in das letzte Fort, Tabia, zurück;

E schon erstürmten die Türken dis Wälle, da zündeten jene die Puloerminsn an; die; ^ Erde zitterte, und Jpsara ward das Grab der ipsariotischen Helden und der Sieger.

! j Dieser Schlag öffnete den Griechen die Augen. Das Volk und alle Behör-

! den erhoben sich zum vereinten Widerstande. Hydra und Spezzia bemannten ihre

1 Schiffe. Jpsara wurde von dem tapfern Miaulis wiedergenommcn (den 15. Juli),' die Schiffe daselbst gerettet, der Felsen verlassen. Mit geringerer Macht ward der

Feind bei Samos (s. d.), Kos, Chios zurückgeschlagen; selbst bei Kandia litt eri Verlust, und die Griechen leisteten hier Widerstand in dm Stellungen von St.-Ru-> mili, Trypiti, Mirabello und Lassidi. Gleiches Glück auf dem Festlands: GouraS^ siegte über dis Barbaren bei Marathon; der türk. Obcrscldherr, Derwisch Pa-

' sch r, geschlagen im Juli, Aug. und Sept., bei Gravia, bei Amplani, in der

I Landschaft Phocis, floh mit Verlust seines Gepäcks nach Larissa zurück. Dadurchscheiterte sein Plan, sich über Salona mit Omer Vrioncs zu vereinigen, gänzlich.In Westhellaö vereitelte Maurokordatos durch kräftige Maßregeln alle Entwürfedes kühnen und listigen Omer Vriones, der zum dritten Male Akarnanien und; Ätolim überzogen hatte. Darauf gingen die Griechen zum Angriff über und dran-i gen bis an die Mauern von Arka vor. Unterdessen führten die obern Behördenzu Nauplia laute Beschwerden gegen die Agenten einiger christlichen Machte imArchipel. Diese schürten das Feuer der Zwietracht an und hemmten den raschenFortschritt der innern Verwaltung. Gleichwol ordnete sich das Ganze immer mehr.ES winden die Steuern nach einer gerechten Berthsilung erhoben, und die Staats-i gütrr regelmäßig verpachtet. Eine unter vortheilhaften Bedingungen geschlossene! 'Anleihe gründete den Nat'wnalcredit. Mit dem Vertrauen belebte sich wieder derHandel, und man erblickte die griech. Flagge in Ancona, Livorno, Marseille, selbstan den Ufern der Themse. Die Regierung begann aufs Neue, ein europäisch geord-netes Heer zu bilden. Der sranz. Militaircodex warb in Griechenland eingeführt.Die Rechtspflege überhaupt erhielt eine bestimmte Form. In Miffolunghi gab csciven Gerichtshof und ein Appsllationsgericht. Die Verhandlungen vor Gerichtwarm öffentlich. Übrigens galt Preßfreiheit. Vier Zeitungen erschienen wöchentlich2 Mal. Zu Miffolunghi dieHellenische Chronik" und derTelegraph"; zu Hy-dra derFreund des Gesetzes" *) **) (das Amtsblatt), und zu Athen dieEphemeri-den". Man sorgte zugleich für den öffentlichen Unterricht. Während so 'Alles neugeschaffen werden mußte, begann der zweite Thcil des blutigen Feldzuges.

Die ägyptische Flotte war endlich am 19. Juli aus Alexandrien ausgelaufen:9 Fregatten, 14 Corvetten, 40 Briggs und Goeletten, und 240 Transportschiffemit 18,000 M. Landungstruppen. Ibrahim Pascha sollte Verstärkungen nachKandia bringen und hierauf Morca überziehen. Unterdessen hatte sich die griech.

*) Später wies die Regierung den Jpsarioten den Hafenbezirk des Piräus bei Athenals Heimath an. Nor den Kürten flüchtete» sie 1827 auf die Insel Salamis,

Dirsc Zeitschrift nennt sich seit dem Octobcr 1825 bloßZeitung von Hydra".Kheoklyt Fannakidi gab seit dem 19. Oct. 1325 eine griechischeAllgemeine Zeitung"als RealcrnügSblatt 'heraus.