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12 (1830) W bis Z
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578
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578 Zwickau Zwingli

taub und stumm oder verschnitten sind, werden als treuere Leute vorgczogen. Auch ,an den deutschen Höfen fehlte eS noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrh. unter -der Hofdicnerschaft nicht an einem Kammerzwark, wie man ehemals schrieb, ver ^bisweilen auch die Rolle eines Hofnarren spielte. Der Geschmack an dergleichen Br- -lustigungen hat sich verloren. Am weitesten trieb es damit in Rußland Peter der rGroße, der die Zwerge seines Rebus an seinem Hofe versammelte, und die bekannteZwcrgenhochzeit veranstaltete. Die Sagen von Zwergen leiten Einige davon ab,daß die Bekenner älterer Religionen von denen der neuern (;, B. in dem alten Skan-dinavien) in die Berge vertrieben worden, und daß man ihnen bald ein formlosAnsehen angedichtet habe. Inder Naturgeschichte nennt man Zwerg ei-nen Organismus, der die gewöhnliche Höhe seiner Specics nicht erreicht hat, ohnedoch verkrüppelt zu sein, z. B. in der Botanik ein Gewächs, das in seiner Art nie-driger ist als andre, wie Pflanzen auf hohen Bergen, z. B. das Knieholz auf denSudeten. In der Gärtnerei heißt Zwergbaum ein Baum, der durch Pfro-pfen und besondere Wartung so gezogen ist, daß er keinen Stamm in die Höhe streibt, sondern bald über der Wur-el sich in Zweigs ausbreitct, und nichtsdestc-weniger viele und gute Früchte trägt. s

Zwickau, Stadt im crzgebirg. Kreise des Könige. Sachsen, liegt a» der >Mulde, welche hier viele Mühlen treibt und durch die Vorstädte fließt, in einem sehrcmmuthigen Thals. Sie hat 960 H. u. 4000 E., welche Tücher und Cattune fadri-ciren, Leder zurichten und Werkzeuge für dir Wollarbeiter verfertigen. Auch besin- 'den sich hier 2 große Farbenfabriken, eine Siegellacks- und eine Carminfabnk. .Zwickau hat 4 Kirchen, worunter die alte Dom- oder Karhanaenkirche mit alldrul- -schen trefflichen Gemälden (z. B. Lucgs Kranach's Segnung der Kinder, und mehrevon Wohlgemuth), ein Hospital und eine latem. Schule mit einer Bibliothek von ;16,OOOBdn., die zum Thcil aus der grunhainschen Klosterbiblioth.k entstanden ist, )und mit einer Naturaliensammlung. Zn dem Schlösse Öfterstem, welches von der !Stadt durch Mauern und Graben getrennt ist, wurde 1775 ein Zucht und Arbeits- fHaus angelegt, und seit 1824 ein Landarbeitshaus damit verbunden. Die Slraf- ilingc stad in 2 Classen, die härtere und gelindere, getheilt. Die Arbeiten dersilben,die zweckmäßig eingerichtet sind, verschaffen einen nicht unbedeutenden Ertrag. EineStunde von Zwickau, bei Planitz und Bockwa, sind wichtige Stcinkohlengrub.n.

Zwietracht, s. Eris.

Zwilling. Man rechnet, daß ungefähr unter 80 Geburten eine Zwil-lingsgeburt vorkommt, d. h. eine solche, wo 2 Kinder in kurzer Zeit nacheina»- -der geboren werden. Ob beide in einem und demselben Geschlechtsatte odw in -zweien, die sich in kurzer Zeit nach einander folgen, erzeugt werden, darüber sinddie Meinungen noch getheilt; mehre Beobachtungen machen jedoch das Letzterewahrscheinlich. Awillingskinder sind oft ebenso verschieden in ihren Neigungen undkörperlichen Eigenschaften als andre; oft sind sie jedoch schwächlich und sterben bald ^nach der Geburt, wenn sie nicht mit der größten Aufmerksamkeit und Sorgfalt ab- ,gewartet werden. Bei der Geburt von Zwillingen sind besondere Regeln zu befol-gen , welche hier nicht zu erörtern sind. Über den Bau der vereinigten Zwii §Üngsmädchen Rilta und Christine, welche in Paris 1829 starben, und üb. r diedurch ein Fleischband am Bauche zusammcngewachsmen Siamesen in Boston und lLondon 1829, s. mau Froriep's , Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heil- 1künde rc."(1829). In der Astronomie sind die Zwillinge ein Sternbilddes Thierkreises, sogenannt von den Dioskuren. (S. Kastor und Poll» x.)

Zwingli (Ulrich). Dieser mit Luther gleichzeitige Reformator wurde -» <

Wildcnhaulen in der schweizerischen Grafschaft Toggenburg d>. 1. Jan. 1484, alsder dritte von 8 Söhnen des dasigen Amtmanns, geb. Den Gnmd zu seiner G-'-lehrsamkeit legte er schon früh in Base! und Bern, wo er unter der Anleitung d-sdamals als Dichter und Gelehrten berühmten Heinrich Wölf.ein die Alten st-idutt.