Zweibrücken Zweifel 575
teres ist der Zweck selbst, indem er der B-stimmungsgrund der wirkenden Ursacheist, und er heißt Endzweck, wenn er der höchste Zweck ist, welchen ein Objecthat, welchem dann als Hauptzweck verschiedene Nebenzwecke (lineo -evund-rrH)untergeordnet sein können. Ein Ding aber hat einen äußern Zweck, wenn cs Mit-tel ist für die Erreichung eines von ihm verschiedenen Zweckes. In dieser äußernoder relativen Zweckmäßigkeit beruht Das, was wir Nutzen und Brauchbarkeitnennen, und cs kann eine äußere Zweckmäßigkeit auch ohne innere stattsinden;aber sie setzt doch Etwas voraus, was einen inner» Zweck hat, und für welches sie, Mittel ist. Die innere Zweckmäßigkeit ist aber die Übereinstimmung eines Dingesmit dem in seinem Begriffe liegenden Zwecke. Sie findet statt, wo die Formi! und Materie Eins ist, der Gegenstand also in sich zweckmäßig ist, z. B. der Or-ganismus. Absoluter Zweck kann aber kein bloßes Naturwesen sein. (S. Te-leologie.)
Zweibrücken (franz. Ilvux-I'ont«), eine jetzt zum Rheinkreise des Kö-nigreichs Baiern gehörende Stadt, ehemals die Hauptst. eines besonder» Für-stenihums gl. N. im oberrheinischen Kreise. Nach dem Absterben der ehemaligen- Grafen von Zweibrückcn kam dieses Land (1390) an bas Haus Pfalz. In derFolge wurde es das Fürstenlhum Zweibrücken genannt. Aus diesem Hause stammtKarl Gustav, der, als s. Verwandte, die Königin Christin» von Schweden, 1654die Regierung nicdcrlegte, von den schwedischen Ständen zum König gewählt wurde.Nach dem Tode seines Enkels, Karls Xll. (1718), kam Zweibrücken an einen dernächsten Verwandten, und nach dessen unbeerbtem Aksterben an die Nebenlinie despfälzischen Hauses Birkenseld. Von dieser pfalzzweibrücken-birkenfeldischen Linie! stammt das jetzige königl. bairische Haus ab. (S. Vaic r i.) Das FürstenthumZweibrücken wurde während des Nevolutionskcieges vcwcken Franzosen besetzt,
> durch den lunevillcr Frieden mit dem übrigen linken Nhcinufer an Frankreich abge-
! treten , und machte nachher einen Tycil des Depart. des Donnersbcrgs aus. Es
i enthielt auf 36 HjM. 70,000 Bewohner. Durch den Frieden zu Paris am 30.
> Mai 1814 wurde es an Deutschland zurückgegeben und gehört jetzt größtentheils
! zum Nheinkreise des Königreichs Baiern; der übrige kleinere Theil gehört zu den
i überrheinischen neuen oldcnburgischen, sachsen-koburgischen und Hessen-hombur-
gischcn Besitzungen. Wichtig ist der Krapp- und Hopfenbau. Das ehemals wich-^ rige Landgestüt von Zweibrücken hat der vorige König von Baiern wiederhergc-
! stellt. — Die Stadt Zweibrücken ist gut und regelmäßig gebaut, besteht
! aus der Altstadt, Neustadt und Vorstadt, liegt in einer angenehmen Gegend,
> von Anhöhen und Gehölz umgeben, und hat 800 Häuser mit (im 1.1822) 6332E. (ohne- die beiden Vorstädte, welche 826 Einwohner zählten). Es ist hier einGymnasium und der Sitz des Appellationsgcrichts für den Rheinkrcis. Das großeHerzog!- Residenzschloß, sonst eins der prachtvollsten Fürstenschlösser Deutschlands,liegt jetzt in Ruinen, die zu einer katholischen Kirche umgebauk worden sind. Zuden ausgezeichneten öffentlichen Gebäuden gehören die Stadtkirche und die luth.
l Kirche. Zweibrücken hat Tuch-, Leder-und Tabacksfabüken. In der Likerar-
! geschichtc ist Zweibrücken nickt unbekannt. Es erschien hier ehemals eine gut ge-
schriebene franz. Zeitung („Kürette clo veux - kont»"), und von 1779 an gab! eine Gesellschaft von Gelehrten in der hiesigen Herzog!. Druckerei eine Reihe vonl correcten Handausgaben griechischer, römischer und franz. Classikcr heraus,j Zweideutigkeit, s. Amphibolie.
> Zweifel heißt derjenige Zustand der Seele, in welchem entgegenstehende, Gründe für und gegen die Wahrheit einer Sache sich das Gleichgewicht halten.
Dieser Zustand der Ungewißheit ist vernünftig, wo er seinen Grund in der Sache! hat, indem man nämlich die Richtigkeit der Beweisgründe oder die Richtigkeit der! Sache selbst nicht einsieht. Weil bei dem Übergange von niedern zu höher» Stu-