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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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564 Zunftwesen

mit Begleitung des Pianoforte burchcomponirte und darin eine Zeit lang das ent,schiedenste Glück machte. Wem sind nichtDes Pfarrers Tochter von Taubenheim",s.Ritter Karl von Eichenhorst",Die Büßende",Lenore" u. a. m. bekannt?Auch s. Lieder und Romanzen gehören zu den ausgezeichnetsten und gefälligstenLi'edcrcomposilionen der Deutschen, besonders ist s.Kolma" ein treffliches Pro-duct. Unter s. Opern sind dieGeisterinsel" (nach Götter),Elbondokani" undDas Pfauenfest" die gelungensten. Gleichwol wollte man auch in ihnen den Ea-viercomponisten wiedererkennen. Außerdem hat er einige deutsche Kirchencanlalencomponirt. Die meisten s. Compositionen hat er bei Bceitkopf und Härtel in Leip- ?zig erscheinen lassen. In der Wahl s. Texte und in der declamatorischen Behänd- jlung derselben zeigt sich ein mit Poesie befreundeter Sinn. Seine Melodien sind !leichtfaßlich und vornehmlich im Sentimentalen treffend. Dagegen fehlt eS ihm an !Eharaktermannigfalti-cheit und tiefer Originalität, besonders zu kräftiger» Schilde-rungen. Seine Begleitung kommt uns jetzt etwas leer und einförmig, und s. Bäss-oft gewöhnlich vor. Auch in Hinsicht der Modulation beschäftigt er die Einbildungs-kraft nicht genug. Dies ist wol der Grund, warum jetzt s. Balladen und Lieder sel-tener gesungen werden; doch gibt es mehre derselben, welche, mir einfacher Bedeui-samkeit vorgelragen, überall ansprechen müssen und als Muster des wahren Liedesangesehen werden können. Als Mensch war Z. hoher Achtung werth. Der Bild-hauer Dannecker hat s. getroffene Büste zum Besten s. Witwe verkauft. Seine hin-tcrlassene Tochter hat sich ebenfalls durch Liedercompositionen bekanntgemacht.

Zunftwesen. Eine Zunft oder Innung (von Einigung) heißt eine Ge-sellschaft von Gewerbleuten, die zur Betreibung ihres Gewerbes auSsckilicßcnd be-rechtigt sind und eine bestimmte gesellschaftlicheVerfassung haben. Die BenennungGilde (vgl. d) wirb zwar zuweilen gleichbedeutend mit jenen Ausdrücken gebraucht,scheint sich aber nicht auf eine Verbindung von Handwerkern zu beschränken, son-dern aufpolit. Zwecke sich zu beziehen, unddie Gilden, ursprünglich Verbindungenvon Kauflcuten, waren älter als die Handwerkerinnungen. Das Wesen der Zünfteberuht auf dem Rechte der Gewerbetreibenden, als moralische Personen Verordnun-gen über Gewerbsangelegrnkeiten zu machen und die verbindende Kraft derselbenauch auf Andre außer ihrer Genossenschaft auszudchnen. Diese Befugniß, die Au-tonomie, war mit der Zunflverfassung seit ihrer Entstehung auf das genaueste ver-bunden und besteht noch immer in einzelnen Äußerungen, obgleich das Streben derStaatsgewalt, sich alle Gewerbverhältnisse unterzuordnen, die ehemalige Unabhän-gigkeit der Zünfte immer mehr beschränkt bat. Schon im früher» Altcrthum gabes Abheilungen des Volkes nach s. Beschäftigungen, aber die aus Stammverschie-denheit entstandenen Kasten (s. d.) der Indier, Ägypter u. s. w. lassen sich mit denGcwerbgenossenschaften der neuern Zeit nicht vergleichen. Bei den Römern hinge-gen gab es Handwerkergesellschasten (ovlloxi» et oorpors opikeum), die insofernmit den Innungen des neuern Europa verglichen werden können, als auch sie morali-sche Personen bildeten und das Recht halten, Statuten zu errichten. In berichte»ZeitdksFieistaatserschienendi'eseGewerbschaften nicht selten als politische Parteien, !und eben dies gab bei der Gründung der monarchischen Gewalt Anlaß zur Beschrän- ,kung des Einflusses dcrsclben und zu ihrer theilweisin Aufhebung. In Italien, der !Wiegedes freien Bürgerstandes im Mittelalter, und besonders in den lombardischen jStädten, mögen Überreste jener römischen Einrichtungen oder Erinnerungen an !dieselben bei der Stiftung der Zünfte mitgcwirkt haben, die sich von selbst alS treff-liche Mittel darboten, den Bürgerstand emporzuheben und ihn durch Einigung zueinem Gegengewichte des Adels zu machen. Mit dem Aufkommen der Städte,als Sitzen der ausgebildetern Betriebsamkeit, und der Gründung städtischer Ver-fassungen, beginnt die Ausbildung der Zunfteinrichtungen, und der Hauptgrund,warum sich im Mittelalter die industrielle Gewerbsamkeil neben der Landwirlh- i