Druckschrift 
12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
539
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Zoll- und Mauthweson

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tricbm, bringt, weil es den Gewinn der Produccnten der rohen Stoffe theils durchden wegen des Ausfuhrverbots erniedrigten Preis vermindert, theils die Ausgabeder Konsumenten der Manufacturwaarcn durch den wegen ihres Einfuhrverbotscrböhcten Preis derselben vermehrt. Beides vermehrt nur die Einnahmen der in-ländischen Manufacturisten auf Kosten der Producenten und Consumenten derrohen Producte, vermehrt aber auf keine Weise die Nationclleinnahme. Die Woll»und Hanfcrzcuger bekommen nun weniger für ihre Wolle und ihren Hanf, und dieneuen Manufacturherren und Manufacturarbeiter erhalten vielleicht einen etwasgroßem Gewinn und Lohn für die neue Anwendung ihrer Capitale und ihrer Ar-beit, als bei ihrem alten Geschäfte, welches sie verlassen haben. Diesen Mehr-gewinn aber müssen die Consumenten bezahlen, dadurch aber werden sie nothwendigverhindert, noch ebenso viel Producte andrer Art zu kaufen als bisher. Ist imLande Gelegenheit, die rohen Producte immer mehr zu vermehren, und ist aufAbnahme derselben vom Auslande zu rechnen, so werden Capitale und Hände derVermehrung derselben zufließcn, und der Werth, welchen das Ausland dafürzahlt, wird vollkommen zureichen, die fremde Manufacturarbeit, welche das Landnöthighat, damit auszuglcichcn, ja das Land wird einen großem Uberschuß desWerths behalten, als wenn dessen Einwohner gezwungen würden, sie statt ihrerbisherigen productiven Beschäftigung selbst zu verrichten. Es ist ein Jrrthum,wenn man glaubt, durch dergleichen Maßregeln die inländische Arbeit zu vermehren;, man bringt nur einen Wechsel oder eine Veränderung der bisherigen Beschäfti-gungsarten hervor. Die Zwangsmaßregel erzeugt weder neue Arbeiter noch neueCapitale, sie lockt beide bloß von ihrer bisherigen Beschäftigung weg und zieht siezu einer neuen an. Gäbe cs müßige Hände und müßige Capitale im Lande, welchebei der Erzeugung der rohen Producte oder bei andern im Lande blühenden Gewer-ben kein Unterkommen mehr finden können, so werden diese von selbst diejenigenManufacturzweige ergreifen, welche im Lande am vortheilhaftcsten betrieben wer-den können. Da die Unternehmer die rohen Producte in der Nähe haben, die be-sten Preise ablauern können, und der nahe Debit ihnen mehr Vortheil versprichtals den entferntem Ausländern, welche erst das rohe Material aus unserm Landeholen und es verarbeitet uns wieder zuführen müssen: so werden diese von selbstdiejenigen Manufacturzweige ergreifen, welche im Lande am vortheilhaftesten be-trieben werden können. Sie haben vor den Ausländern so viele Vortheile voraus,daß sie einer weitern Begünstigung nicht bedürfen. Endlich v) kann dis Ursache,weßhalb die bei uns wachsenden rohen Stoffe nicht in größerer Menge bei uns ver-arbeitet werden, auch darin liegen, weil in den Landern, wo Absatz unserer Fabrik-waaren zu erwarten wäre, deren Einfuhr verboten ist, und man halt cs deshalbfür zweckmäßig, ihnen die Erlangung unserer rohen Stoffe für ihre Fabriken zu er-schweren, sowie sie den unseligen zu billigen Preisen zu sichern, damit diese wenig-stens mehr Gelegenheit haben, eine gewinnvolle Beschäftigung zu finden. Aberwerden die Ausländer nicht auf andern Märkten jene rohen Stoffe finden, die wirihnen entziehen, und werden wir uns nicht durch eine solche Erschwerung des aus-ländischen Debits der rohen Stoffe einen doppelten Schlag zuzichen, indem unssowol der ausländische Debit solcher Waare als deren Verarbeitung entgeht? RoheStoffe finden immer einen leichtern Vertrieb als Manufacturwaarcn. Holt sie dasAusland nicht mehr, so wird die inländische Industrie von selbst desto mehr gereizt,sie zu verarbeiten.

Ebenso unzweckmäßig scheint daher II. die Maxime deS Mauthsystems zusein, die Einfuhr solcher Materialien und Manufacturwaarcn zu erschweren, welcheim Lande erzeugt werden können. Denn warum werden gewisse Materialien undgewisse Manufacturwaarcn nicht im Lande erzeugt? ») Weil die Hände undKapitalien schon mit andern nützlichen Arbeiten beschäftigt sind. In diesem Falle