Druckschrift 
12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
540
Einzelbild herunterladen
 

540

Zoll - und Mauihweson

wäre eS aber offenbar unpolitisch, die Hände und Capital- den gewohnten AM,zu entziehen und sie auf eine dein Lande weniger vortheilhafte Art von BesclMgung zu lenken. Ware diese Beschäftigung vvrtheilhafter, so würden die Unknehmer nur der Belehrung bedürfen, um von selbst dazu überzugchen. Aber, st;,inan: b) Die Vorurtheile des Volks für ausländische Maaren machen, daß esr»inländischen Products verschmäht, so lange fremde zu haben sind. Allein je«,zVorurtheil wird gerade durch die Verbote und Belastungen der fremden Was«unterhalten.. Wenn die inländischen Waaren so gut und so wohlfeil wären alslhfremden, weßhalb hat der Staat nöthig, diese zu verbieten? Wenn dergleichen Nieurtheile keinen Grund hätten, so könnten sie gewiß niemals von großer Wirk»,;sein. Aber sagt man: Ist nicht durch die Erfahrung klar, daß in einer Menge««,Landern viele nützliche Waaren und Manufacturproducte bloß durch das Machsystem hcrvorgelockt, und eine Menge nützlicher Gewerbe bloß dadurch emporgeke»men sind, daß die fremden Waaren gleicher Art durch Verbote oder hohe ZolleOgeschlossen wurden? Würden die Seidenmanufacturcn in Preußen, die LutzHut - und Wagcnmanufacturen in Rußland und eine Menge andrer Products«je in jenen Ländern emporgekommcn sein, wenn man die fremden Products lArt ganz frei hcreingelaffen hätte? Allein wer läugnet denn, daß sich durch diegleichen Zwangsmaßregeln Manufacluren und Fabriken hervortrciben lassen? Li,Frage ist nur: ob es dem Volke so großen Nutzen gebracht hat, als man glaub!!oder ob nicht vielmehr neben dem Nutzen, den es brachte, allezeit ein viel größer,,Nachthcil entstanden ist, und ob nicht jene Gewerbe bei fortdauernder Frech,ilgleichfalls entstanden wären, zwar später und langsamer, aber so, daß die Nal«gar keinen Schaden, sondern lauter Dorther! davon gehabt haben würde! Und dirfts wird ganz klar, wenn man erwägt, daß die neuen Gewerbe nie ohne Egbetrieben werden können, welche, da sie durch die Verbote und Bezollung nicht erzeugt werden, nothwendig andern schon vorhandenen Gewerben entzogen werde»müssen, welche dieselben bis jetzt unterhielten. Es geht also allemal ein andresGewerbe, oder es gehen mehre Beschäftigungen ein, oder sie werden verwinden,wenn man ein andres auf eine künstliche Weise hervorruft. Die Capitale und dieHände, welche den durch die Zollkünste hervcrgerufenen neuen Zuckermanufactmin Preußen, Rußland, Schweden rc. zugewandt wurden, waren bis dahin i«Landbaue, in der Viehzucht, im Bergbaue oder mit andern inländischen Mc»facturen beschäftigt gewesen, und diese mußten nun schlechterdings um so viel vn-mindert werden, als die durch sie bisher beschc-flstgten Capitale und Hände erzeug-ten, welche den neu hervorgetriebenen Gewerben zufließen mußten, um siez»Stande zu bringen. Nun aber muß das Volk den im Lande verfertigten Zuckcr rtheurer bezahlen, und büßt also das ganze plus, welches cs den Inländern mehr da-für zahlt als den Ausländern, ein, kann also um so viel weniger andre Dinge kau-fen, folglich auch um so viel weniger andre Gewerbsleute ernähren. Sechkaufte das Volk für die in den alten Gewerben erzeugten rohen Producte, Tuch-waaren rc., die nöthigen Zucker vom Auslands. Jetzt werden jene Waaren nich!mehr in solcher Quantität verlangt, weil der Gegenwerth (der fremde Zucker) nichtmehr verlangt wird. Sonst behielt das Volk von den Waaren, die es mit den denZuckerfabriken zugeflofscnen Capitalien erarbeitet hatte, und womit es die fremdenZucker bezahlte, noch eine bedeutende Summe übrig, jetzt muß es einen weit Me-ssern Werth in andern Producten (cs sei Geld oder sonst Etwas) an die inländischenZuckerfabrikanten geben, um dieselbe Quantität Zucker von ihnen zu kaufen, undverliert also nothwendig an Vermögen zu kaufen und andre Gewerbe zu unterhal-ten. Folglich büßt die Nation durch eine solche künstliche Störung der Gewerbe,dergleichen jede solche Zolloperation hervorbringt, allemal an ihrem Vermögen Mder.einen Seite mehr ein als sie von der andern gewinnt, und der freie «ngestöi-l