Druckschrift 
12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
533
Einzelbild herunterladen
 

533

Zo.'ga

ke» bei alten Künstln und Dichter m-hr den tiefverborgcnen Gcdankcn, sie warenihm grheimnißvolle, deu-nngsrcichc Sinnbilder, die ihn stets wieder in das Heilig-Ihum des inncrn Gemülhs zurückfühctcn; er ließ sic auf seine Seele wirken wie dieTiefen der Natur und des Lebens, deren Dolmetscher sie ihm waren. Er trennteund verband auf solche Weife immer selbstthätig den inner» geistigen Sinn und dievollendete äußere Schönheit eines Kunstwerks, und in diesem Scheiden und Ver-eine» lag eben Z.'s Hinneigung zu den von ihm so tief durchdachter, Orphikern undNouplatonikern. Z. halte die echt antike Bildung nicht bloß Mit Verstand undi Gedächtniß aufacfaßt, sie war lebendig in ihn übcrgegangcn; keine Geister neuereri Zeit berührten sein innerstes Leben so vielfach wie die Alten. Sein Umgang hauchtegriechischen Sinn, selbst durch die Form seines Gesprächs, das in anmuthiger Kürzereich an menschlichen Beziehungen war und absichtslos belehrte. Sein Ernst undseine Richtung nach Innen, die frühzeitig zum Schwermüthigen sich hinneigte, hätteleicht durch viele Sorgen und Leiden darin unterliegen können, wenn nicht ausGriechenland milde Heiterkeit ihm zugewcht wäre. So reizbar er für kleine Ver-drießlichkeiten war, so überwand er doch diese Stimmung durch große Geduld und! erwarb sich eine stete ruhige Heiterkeit. Dies drückte sich sehr wohllhuend in ihmaus, als ein stiller Friede', der durch Ertragen und Vergessen erworben wurde undder das Leben unabhängig macht von dem Erlebten. Ausfallend war in seinenfrüher» Jahren ein gewisser geistiger Cybelidienst, eine Anbetung Gottes in derj Natur, vorherrschend in ihm. Der Einfluß seiner Zeit, die durch die kalte Auf-klärung zu einer neuenFrühlingswarmc des Glaubens überging, wirkte später auchauf ihn. Im Beobachten des Äußerlichen der Relig'vn war er streng; er ließ esgern als heiliges Sinnbild auf sich wirken, aber er haßte die nur halb verstandenenWorte dabei. Im äußern Leben bewies Z. den freien Mann und war entfernt vonZwang und zwecklosen Schicklichkeiten. Für kunstlicbcr.de Fremde, die Rom be-suchten, war er ein trefflicher Führer. Man könnte Z. richtiger schildern durchDas, was er war, als durch Das, was er that, denn so unermüdct auch der Fleißwar, womit er eine bewundcrnswerths Menge des Einzelnen mit genauer Kennt-niß umfaßte, so beklagt man doch mit Recht, daß er nicht dazu gekommen ist, seineAnsichten im größer» Zusammenhänge auszusprcchcn. Bei seiner Ankunft in Romward er durch den Prof. Adler dem Cardinal Stefano Borgia vorgestellt, dessenGunst und Schutz er sich bald erwarb. Dieser Cardinal hatte eine Vorliebe fürägyptische Alterthümer, von denen er eine reiche Sammlung besaß. Z-, der diekoptische Sprache verstand, wurde bald derOdip dieser uralten Räthsel. 1787machte er eine vollständige Sammlung ägyptischer Münzen bekannt, mit ausführ-lichen Erläuterungen. Der allgemeine Beifall, den dieses für Geschichte und Chro-nologie so wichtige Werk erhielt, machte Pius VI. aufZ. aufmerksam, und er trug^ ihm die schwere Arbeit auf, die Obelisken zu erläutern. 1797 gab er auf päpstlicheKosten sein großes Werk über die Obelisken (Do origine et usu obeli8voruin",Rom 1797) heraus, welches ihm de» Ruhm der scharfsinnigsten, ausgebreitetstenund gründlichsten Gelehrsamkeit erwarb. Das Museo Borgiana Vcliterno wari wich an koptischen Schriftrollen; Z. unternahm die höchst schwierige und mühevolle' Arbeit, diese zu erläutern; erst 1810 konnte diese Frucht namenloser Anstrengun-gen bekanntgemacht werden. Z. schrieb in deutscher Sprache einenArchäologi-schen Wegweiser durch Rom", der vielen kunstliebenden Reisenden nützlich wurde.Erisilbssbegleitete die ausgezeichnetsten derselben; so war er ein ganzes Jahr lang derFührer des Prinzen Gustav von Mecklenburg - Schwerin. Ein größeres WerkZ.'s, welches Schätze der seltensten Kenntnisse enthält:l,i L»88irilievi antivlii«Ii kom», invisi ila 1'om. Viroli volle illnotrsrioni >I> Oior-zin 2ovAkr", 2 Bde.,Fo!., erschien zu Rom 1808 bei Pirancsi. Ost bedauerte Z. in spätem Jahren,mchl ans das qriech. Asti-ttkum die Arbeit verwandt zu haßen, die er dem ägypli-