Zinözahl
Zinzendorf
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Zi'nszahl, Römerzinszahl, s. Periode.
Zinzendorf (Nicvlaus Ludwig, Graf v.), der berühmte Stifter der u. d.N. der Brüdergemeinde (s. d.) oder Herrnhuter bekannten Religionsgesell-schast, wurde den 26. Mai 1700 zu Dresden gcb. Nach dem frühen Tode seinesVaters, der kursächs. Eonfcrenzminister war und in großer Achtung stand, wardin der Lausitz auf dem Lande, in dem Hause seiner Großmutter, einer Frau v.Kersdorf, erzogen, welche eine fromme und gelehrte Dame war, eine Sammlunggeistlicher Lieder und poetischer Betrachtungen hcrausgab und mit dem gelehrtenSchurzflcisch lat. Briefe wechselte. Z.'s erste Jugend siel gerade in die Zeit, da dieMeinungen derPietisten (s. d.) viel besprochen wurden. Dies und der Umstand,dH der fromme Spener oft in das Haus der Frau v. Gersdorf kam, den jungen,'Z. daselbst sah und einsegnete, trug, nebst den Andachtsübungcn, die täglich imHause gehalten wurden, unstreitig viel bei, in dem lebhaften Knaben religiöse Ge-fühle zu erregen, welche bald in eine gewisse Schwärmerei übergingen. Noch einKind, schrieb er Briefchen an den lieben Heiland, und warf sie zum Fenster hin-aus, in der Hoffnung, daß der Heiland sie schon finden werde. Diese Stimmungwurde noch mehr in ihm unterhalten, als er, 10 I. alt, in das Pädagogium zuHalle unter Franke's (s. d.) besondere Aufsicht kam. Hier veranstaltete er er-baulicheZusammcnkünfte und stiftete einen mystischenOrdcn vom Senfkorn. SeinOheim und Vormund, der anders dachte und ihn zum Geschäftsleben vorbereitenwollte, schickte ihn 1716 auf die Universität Wittenberg, deren theologische Lehrer,u. d. N. der Orthodoxen bekannt, die heftigsten Gegner der hallcschen Pietistenwaren. Z. blieb jedoch unverändert bei seiner Denkart, und als 1717 das Jubi-läum der Reformation feierlich zu Wittenberg begangen wurde, schloß er sich einund betrauerte den Verfall der Kirche durch Fasten und Weinen. Neben seinenübrigen Studien trieb er für sich allein und ohne alle Anleitung die theolog. Wissen-schaften, und faßte schon jetzt den Vorsatz, künftig in den geistlichen Stand zu tre-ten. Er verließ 1719 Wittenberg und machte eine Reise nach Holland und Frank-reich , die er u. d. T.: „Attici Wallfahrt durch die Welt", beschrieben hat. Ersuchte vorzüglich berühmte Geistliche auf, und sein Hauptgeschäft war, Unterre-dungen über religiöse Gegenstände mit ihnen zu halten. 1721 als Hofrath bei derLandesregierung in Dresden angcsteüt, legte er diese Stelle 1727 wieder nieder,wie er denn während dieser Zeit sehr wenig Antheil an den Geschäften seines Amtesgenommen, dagegen aber sich viel mit der Theologie beschäftigt und häufige An-dachtsübungen gehalten hatte. 1722 vermählte er sich mit einer Gräfin Rcuß v.Ebersdorf und gab einigen der Religion wegen ausgewandecten mährischen Brü-dern die Erlaubnis, sich auf seinem Gute Berthelsdorf in der Oberlausitz anzusie-deln. Diese im 1.1722 angelegte Eolonie erhielt 1724 den Namen Herrnhutss. d.). Z. faßte nun den Vorsatz, eine besondere kirchliche Gemeinde nach seinenGrundsätzen zu stiften, und machte diese letztem in verschiedenen, sich bisweilenwidersprechenden Schriften bekannt. Er fand daher auch eine große Anzahl Geg-ner, sowie die Anlegung der neuen Eolonie selbst ihm mancherlei Verdrüßlichkeitenzuzvg. Doch ließ er sich durch Nichts von seinem Vorhaben abwendig machen.1734 ging er, unter angenommenen Namen, nach Stralsund, ließ sich dort alsEandidat der Theologie cxaminiren, und hielt in der Stadtkirche s. erste Predigt.Mit fast unglaublicher Thätigkeit machte er Reisen in verschiedene Länder, um dieGlieder seiner Gemeinde, von welcher schon Missionen ausgingen, zu vermehren;aber nicht überall fand er günstige Aufnahme. Aus seinem eignen Vaterlande wardn (1736) durch ein landesherrliches Rescript förmlich verwiesen. Als Veranlas-sung zu diesem Befehl waren die von ihm eingeführte» „Neuerungen, Conventikeln,gefährliche Principien, durch welche die obrigkeitliche Autorität hintangrsetzt undder öffentliche Gottesdienst verachtet werde", angegeben. Doch wurde dieser Be-