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ft hl 1747 zurückgenommen. Z. hatte sich unterdessen in Berlin zum Bischofsmährischen Kirche einweihen lassen. Da er in Berlin nicht öffentlich auf»«durste, so hielt er eine Zeit lang Privatandachten in seiner Wohnung, welche schbesucht wurden. 1739 schrieb er eine Art Katechismus: „Das gute Wort duHerrn", und machte eine Reise nach Westindicn auf die Inseln St.-Thomas »ntSt.-Croix, wo bereits von der Brüdergemeinde Missionen errichtet worden wäre»um diese ganz einzurlchten. In gleicher Absicht reiste er 1741 nach Nordameristwohin ihn seine 16jährige Tochter begleitete. Hier suchte er auch unter einigen m-ferntern indianischen Völkerschaften seine Gemeinde auszubreiten. Auf allen dich,!Reisen war er, außer den öffentlichen Vortragen, die er hielt, und den andernschäften, die er bezweckte, fast unablässig mit Correspondenzen und Bücherschrciiqjbeschäftigt, und man muß über die Thätigkeit des Mannes, die allerdings durch sein,treffliche Gesundheit unterstützt wurde, erstaunen. Er schrieb wahrend dieser Ziilgegen 108 Bücher, theils zur Unterweisung und Erbauung seiner Gemeinde, theiijdie Entstehung und Einrichtung der Brüderkirche und seine Bestrebungen darzusiilglen, theils Vertheidigungen gegen Angriffe auf seine Persönlichkeit und seine Siif-tung. Man findet darin nicht selten herrliche Stellen, welche I. G. Müller in sei,»Schilderung Z.'s (in den „Bekenntnissen merkwürd. Männer", Bd.3, S.„166fz,g222 fg.) gesammelt hat, aber auch viele verkehrte Ansichten und anstößige Äußer»!,-!gen, wozu ihn seine vorherrschende Phantasie, Flüchtigkeit im Arbeiten undds!Streben, neu und originell zu scheinen, verbunden nnt Mangel an Geschmack, N- !leiteten. Zumal sind seine Lieder, die unverändert im alten Gesangbuche der W-dcrgemeindc stehen, voll spielender, zweideutiger und unanständiger Ausdrücke, de--sonders diejenigen Gesänge, worin er die mystische Verbindung des Seelenbr^uu-jgams Jesu mit seiner Braut, der Gemeinde, schildert, und nicht minder anschiz,war seine Lehre vom sogen. Mutteramte des heiligen Geistes. Er fühlte jedoch«spatem Jahren selbst das Nachteilige dieser Verirrungen, hätte gern viele s. Schäf-ten zurückgcnommen, um sie durch gehaltvollere zu ersetzen, und bot alle Kraft seimireichen und thatigen Geistes auf, seine Gemeinde auf einen bessern Weg zu leitin.Als er 1743 nach Europa zurückgekommen war, machte er eine Reise nachLiefl-ichwo sich bereits Glieder seiner Gemeinde befanden; der weitere Eingang inNußluidwurde ihm jedoch untersagt, und er selbst auf kaffcrl. Befehl unter militairischerdeckung über die Grenze gebracht. Er machte hernach mehre Reisen nach Hollandund England, hielt sich in letztcrm Lande länger als 4 Jahre auf, und halte da Br-friedigung, ungeachtet die Zahl seiner Gegner stets wuchs, doch die von ihmges.ii-tete Gemeinde immer weiter verbreitet und neue Missionen in andern Welttheilw,z. B. in Ostindien, in Trankebar, entstehen zu sehen. Nach so vielen Wanderun-gen vermählte er sich zum zweiten Male mit Anna Nitschmann, die 1725 mit ihren -Ältern aus Mähren gekommen und viele Jahre Älteste der ledigen Schwesternzu Herrnhut gewesen war. Er starb den 9. Mai 1760 zu Herrnhut, wo er ousdem Gottesacker der Brüdergemeinde begraben liegt. Ein ziemlich unparteiischesUrrheil über ihn, von einem seiner Zeitgenossen, steht in v. Lön's „Kleinen Schrif-ten", Thl. 1. Ausführlich schildern sein Leben: David Cranz in der „Alten und -neuen Brüdcrhistorie" und Spangenberg's „Leben des Grafen N. L.v. Zinzendorst(Barby 1772—75,8 Thle.), woraus G. B. Reichel (Leipz. 1790) und I. C.Du-vcrnois (Barby 1793) Auszüge lieferten. Müller hat in der angeführten geistrei-chen Schilderung sowol die Werke von Cranz und Spangenberg als die Schristrudes Grasen benutzt. Treffliche Worte über Z. und sein Werk hat Herder in der„Adrastea" (4. Bds. 1. St.) gesprochen. Steffens hat ihn in s. Novellencyklus„Walselh u. Leith" schildernd eingeführt. Auch Varnhagcn von Ense hat im 5.Bde. s. Denkmale ein „Leben des Gr. v. Zinzendorf" geschrieben (Berlin 1830).
Zirbelbaum, s. Pinienbaum.