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12 (1830) W bis Z
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Ziethen (Hans Joachim v. — Graf von)

Schreiben anerkannte) beinahe gefangen nahm, verfügte der König s. Beförderung-um Obersten und Chef des nunmehr formieren HusarenregimemS und verlieh ihmdm Verdienstorden. Im Feldzüge von 1742 drang Z. mit der Vorhut eines vonrimütz aus abgesandten 15,600 M. starken Corps bis Stockerau unfern Wienvor, in welche Nahe der östr. Hauptstadt nie wieder ein preuß. Feldherr gekommenist. Der zweite schlesische Krieg begann (1744), und Z. zeichnete sich schon im er-sten Feldzuge so vortheilhast aus, daß er zum Generalmajor befördert ward; imzweiten Feldzuge wollen wir nur s. berühmten Zuges nach Jägemdors durch die östr.Armee, seiner Theilnahme an der Schlacht bei Hohenfricdberg, wo er die Reservebefehligte, und besonders des für ihn so glorreichen Gefechts bei kathol. HennersdorfPZ.Nov.) erwähnen, mit welchem sich s. rühmliche Thätigkeit vor der Hand schloß,da er hier verwundet ward, und bald darauf, nach der Schlacht bei Kesselsdorf, derFriede eintrat. Bon da bis zum Ausbruche des dritten schlesischen Krieges traf denHilden viel Ungemach. Der Tod seiner Gattin und des einzigen Sohnes beugtenihn noch tiefer als die Ungnade Friedrichs, die, von s. Feinden angefacht, sich viel-fach und höchst unangenehm äußerte, und erst kurz vor dem Ausbruche des sieben-jährigen Krieges durch eine persönliche Zusammenkunft mit dem Könige auf eineArt beseitigt ward, die diesem Fürsten zur hohen Ebre gereicht. Hier ist nicht derLrt, alle die Thatcn aufzuzahlen, durch welche Z. in diesem Kriege seinen Feld-hrrmberuf beurkundete. Wir erwähnen bloß, daß er für ausgezeichnet kluge Lei-tung der Vordertruppen vor der Schlacht bei Prag den schwarzen Adlerordcn erhielt,iß Kollin, wo er auf dem rechten Flügel 100 Schwadronen befehligte, verwundetmrd, bei Leuchen durch das Zurückwerfen des Nadasti'schen Corps die Bahn zumLiege brach, und die ihm darauf übertragene Verfolgung des Feindes mit großerilmsicht und Thatigkeit leitete; späterhin aber bei Deckung des großen für das ol-inützer Bclagerungsheer bestimmten Transportes der feindlichen Übermacht undiaudon's Thätigkeit weichen mußte; daß er auf dem Schlachtfelde von Liegnitz,m er das östr. Haupthcer zurückhiclt, zum General der Cavalerie ernannt ward;baß er es war, der den blutigen Tag bei Torgau zur Entscheidung brachte, obwolihm der König darüber bittere, aber unverdiente Vorwürfe machte. Bald nach demHubertsburger Frieden (1763) verheirathete sich Z. in s. 65. I. nochmals, und esMd ihm zuerst ein Sohn geboren, den Friedrich aus der Taufe hob und in derWiege zum Cornet ernannte, sowie er denn von nun an s. Feldherrn immer durchLeweise von Gnade und Zuneigung erfreute, wovon einzelne Züge noch jetzt allge-mein bekannt, zum Theil durch den Grabstichel verewigt sind. Unermüdlich wie erIM, wollte der 79jährige Greis durchaus noch an dem bairischen ErbsolgekriegeHeil nehmen, allein der König lehnte s. wiederholten Anträge in Rücksicht auf s.schwächliche Gesundheit gnädig ab. So von seinem Monarchen geehrt und geliebt,von s. Untergebenen und Denen, die ihm näherstanden, fast angebetet, von dergroßen Menge mit enthusiastischer Bewunderung verehrt, durchlebte er ein heiteresGreisenalter, bis am 26. Jan. 1786 zu Berlin ein sanfter, schneller Tod s. ruhm-volles Leben ohne lange Krankheit endete. Der Prinz Heinrich ließ ihm 1790 zuRheinsberg ein Denkmal setzen; bekannter ist die von Schaden, gearbeitete Bild-säule des Helden, die Friedrich Wilhelm II. 1794 auf dem Wilhelmsplatze in Ber-lin ausstellen ließ. Sein Leben hat LouiseJvh. Leop. v. Blumenhagcn (Berl. 1800)herausgegeben. — Sein obengedachter, 1765 geb. Sohn war früher Rittmeisterbei den Husaren und ist jetzt kön. Landrath des ruppiner Kreises und Ritter des ro-chen Adlerordens 3. Classe, noch jetzt wohnhaft auf dem väterlichen Gute Wustrau.— Der Generallieutcnant, Graf v. Ziethen, Ritter des schwarzen Adlerordcnsund a. Orden, war der Sohn des Rittmeisters v. Z. bei dem ehemaligen Gendar-menregimente, diente 1806 bei dem Rcgim. Königin Dragoner (jetzt KöniginKürassier), und hat sich insbesondere in dem Kriege von 1813—15 gegen die FramC°nv.-Lex. Siebente Aufl. Bd.XII. j- 3 Z