Zeugung
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qcnden Kräfte in der Natur sind demnach ein männliches und weibliches Prinrip(verursachende, zeugende Kraft), in deren Wechselwirkung die Zeugung besteht.Des Männliche verhält sich zum Weiblichen wie Positives zu Negativem, oder alsActivcs (Thät-ges) zu Passivem (Leidendem), oder auch als Bestimmendes zu demBcstimmtwerdenden, was aber nicht so zu verstehen ist, als ob das Männliche dasallein Lbälige und Bestimmende, das Weibliche dagegen das rein Passive oder Lei-dende wäre, sondern so, daß das Männliche das vorzugsweise oder überwiegendLhätlge in Bezirhung auf das Weibliche ist, welches daher in der Zeugung (Wech-selwirkung) vom Männlichen mehr bestimmt oder modisicirt wird, als umgekehrtdas Männliche vom Weiblichen. — W nn nun das Werhältniß der zeugenden Kräftezu einander ein naturgemäßes und normales ist, und wenn kein äußeres Hindcrnißden Erfolg des Verhältnisses stört, so geht aus der Wechselwirkung Beider einDrittes hervor, welches ein inehr oder weniger erkennbares Ebenbild seiner Erzeu-ger sein muß, und, nach Beschaffenheit der letztem und andrer Umstände, verschie-dene Benennungen erhält, die auf seinen Ursprung deuten, und wovon das WortErzeugniß (Product) die allgemeinste ist. Die Wahrheit dieser allgemeinen Ansichtvom Wesen der Zeugung möge vorerst durch Beispiele für den Leser Klarheit undBestätigung erhalten. Alle mineralische Körper sind unstreitig Erzeugnisse entge-gengesetzter Elemente. Jedes Element ist aber einerseits Stoff, andrerseitsKraft; der Stoff ist die reale, die Kraft die ideale (geistige) Seite des Elements.Durch die (polare) Entgegensetzung der Kräfte zweier Elements treten diese mit ein-ander in Wechselwirkung, wobei gegenseitige Anziehung und Abstoßung stattsin-dtt; vermöge der Anziehung entsteht Vereinigung der Elemente, vermöge der Ab-stoßung Trennung, die allemal zugleich bei jeder neuen Verbindung erfolgt. Dievereinigten Elemente stellen einen (mineralischen) Körper dar, ein Product der zeu-genden Kräfte der Elemente, welche bei ihrer Erzeugung ihr eigenthümliches Da-sein einander gegenseitig geopfert haben, sodaß der Preis des einen Erzeugnisses derVerlust des individuellen Daseins der Elemente ist. So ist z. B. die Säure demAlkali (der Lauge) polar entgegengesetzt; sie treten daher bei der Berührung miteinander in Wechselwirkung, cs entsteht ein Kampf der Kräfte, der sich durch Auf-käufen offenbart, wobei ein Theil der Stoffe in Gasform entweicht, eine Folgeder Zurückstoßung des Fremdartigen, was in die neue Verbindung der säuern undalkalischen Stoffe nicht mit emgehen kann. Das Product dieser Wechselwirkungder verwandten Stoffe ist ein Salz, d. h. ein Erzeugniß, das weder sauer noch al-kalisch, sondern salzig ist, d. h. eine Eigenschaft angenommen hat, welche eine ge-genseitige Durchdringung (ein Einsgewordensein, eine Jneinsbilduna) der Säureund Lauge oder deren Eigenschaften ausdrückt. In diesem Beispiele sieht man denVorgang einer Zeugung. Die Eigenschaften der mit einander wechselwirkendenSaure und des Alkali waren die zeugenden Kräfte, von welchen man die Säure alsdas männliche, die Lauge als das weibliche Princip betrachten kann, und das Salzist das Erzeugniß, welches auf Kosten der eigenthümlichm Natur der zeugendenStoffe (der Smre und Länge) entstand. Und so ist es in der ganzen sogenanntenanorganischen Natur, in welcher der Chemismus herrscht; alle chemischen Procrssesind Wechselspiele zeugender Kräfte, woraus unaufhörlich neue Erzeugnisse kervor-gehcn, während die alten aufgelöst werden, um wieder andre neue zu zeugen. Damm überhaupt alle Naturprocesse auf polarer Entgegensetzung der Kräfte und derenWechselwirkung beruhen, so trifft die Zeugungstheorie, hinsichtlich ihres allgemei-nen Theils, notbwendig mit der Theorie derPolarität (s. d.) zusammen, d. h.beide sind Eins. Die besondere (speciclle) Zeugungstheorie bezieht sich daher auf dieEntstehn» isarten der organischen Dinge im engem Sinne (der Pflanzen, Thiereund Menschen), aber diese besondere Zeugungstheorie muß durch die allgemeineCo>v.-bex. Lirbente Aust. Kd. XII. ch 32