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Zeugung
nie anders als während der Faulung thierischer oder pflanzlicher Substanzen«Wasser erscheinen, sprachen selbst deutlich genug für die Art ihrer Entstehung.eine Meinung, die durch allgemeine Annahme gleichsam santtionirt ist, gibt duMensch nicht so leicht auf, sollte er auch zu den wunderlichsten Rettungsmitteln s.Zuflucht nehmen müssen. Ein solches Rettungsmittel war die Erfindung ein»sonderbaren Hypothese, nämlich die Annahme einer sogenannten Allbesamung odifPanspermie. Dieser Annahme zufolge sollte die Atmosphäre mit einer unendlich,,Menge unendlich kleiner Eier dieser Thierchen geschwängert sein, welche, nach d,,Bereitung einer Infusion (Aufguß) durch dieFäulniß herbeigclockt würden, um Hin der faulenden Substanz, ihrem künftigen Nahrungsstoffe, ausbrütcn zu lass,,.Diese sonderbare Hypothese, welche im vor.Jahrh. durch beinahe 8 DecennienHerhielt und von den damals berühmtesten Naturforschern, z. B. Bonnet, Hak,Spallanzani u. a., vertheidigt wurde, stand mit einer andern, fast ebenso sonbei-baren, der Einschachtelungshypothcse nämlich, i-: genauer Verbindung. Zufelzedieser letztem enthält die Mutter nicht nur den Keim der Frucht schon vor der Bogattung, sondern die Keime aller sich entwickelnden Individuen einer Gattung od„Art (epevies) lagen schon in der ersten Mutter in einander eingeschachtelt, Mdiese schlummernden Keime durch die Begattung nur zur Entwickelung erregt wurde«und noch gegenwärtig werden. Jene Hypothese der Panspermie wurde durch Blr- 'menbarh, diese der Einschachtelung der Keime zuerst durch Friede. Wolf gestürzt, tund gegenwärtig wird die universelle Zeugung, d. h. diejenige, welche, ohne Be-igattung organischer Individuen, durch allgemeinere Naturprocesse geschieht, Wkeinem wissenschaftlichen Naturforscher mehr bezweifelt. Denn nicht nur die In-fusorien, sondern auch das Dasein der Eingeweidewürmer sind Beweise einer nichtindividuellen, sondern universellen Entstchungsart organischer Wesen, da das Er-zwungene in der Erklärung der Entstehungsarl dieser Würmer, welche die Panspei-misten aus der zufälligen Verschluckung der Keime von Würmern des süßen Was-sers herzuleiten genothigt waren, sogleich in die Augen fällt. — Alle wunderlich!Hypothesen und willkürliche Erklarungsarten mußten von selbst fallen, sobald midie ersten Grundlinien einer wissenschaftlichen Zcugungstheorie gegeben waren.Diese waren aber so lange unmöglich, als man zur Erklärung der Naturerscheinun-gen noch nicht mit allgemeinen philosophischen Grundwahrheiten (Principicn) zuWerke gehen konnte, sondern Alles aus einzelnen Erfahrungen erklären zu könnenglaubte und daher auch den Act der Zeugung, ohne zugleich dessen Allgemeinheit au-zuerkenncn, für einen ganz besonder» nahm, der nur bei organischen Individuen i(nämlich bei Thieren und Menschen — bei den Pflanzen erkannte man das Ge-schlecht und die Begattung viel später) Vorkommen könne. — Aus dem Stand-punkte, welchen gegenwärtig die Naturwissenschaft erstiegen hat, muß die Zeugungals allgemeines Naturgesetz betrachtet werden. Dem zufolge ist die Entstehung allerDinge durch Zeugung bedingt, und cs kann in der ganzen sichtbaren Natur nichts !geben, was nicht gezeugt worden wäre. Diese Behauptung stimmt auch vollkem- .men mit dem Sprachgebrauch überein, welcher alle Naturdingc Naturerzeugnisse(Naturproducte) nennt, und dadurch verräth, daß man sehr früh schon die Allge- ^meinheit jenes Naturgesetzes geahnt habe. Wo aber von Erzeugnissen die Rede ist, ida muß auch eine Zeugung vorausgesetzt werden, was sich von selbst versteht, weil lsonst das Wort keinen seiner Ableitung entsprechenden Sinn hätte. Was in derAhnung nur dunkel gefühlt wird, erhebt die Wissenschaft, wo sie es vermag, zurKlarheit und prägt es in deutlicher Darstellung aus: eine Wahrheit, zu welcher ,auch die weitere Ausführung dieses Artikels einen Beleg liefern möge. — Alle Zeu-gung beruht auf einem Gegensätze; dieser Gegensatz heißt Männlichkeit und Weib-lichkeit, und diese Entgegensetzung ist ebenfalls keineswegs aufPflanzm, ThiereundMenschen beschränkt, sondern ebenso allgemein als die Zeugung selbst. Die M