498 Zeugung
d. h. durch die Polaritätslchre, begründet werden, wenn sie wissenschaftlich schsoll. Bei allen organischen Wesen, die sich durch Begattung forkpflanzen, istGcschlechtsverhälkniß ein Polaritätsverhältniß, d. h. die beiden Geschlechter stell,,die beiden Pole jeder Gattung dar, wodurch deren Erhaltung in der Fortpflanzungder Individuen begründet ist. Durch den Gegensatz der beiden Geschlechter, d.l>.durch denjenigen, der zwischen einem männlichen und weiblichen Individuum, ein,,Gattung von Thiercn z. B., statlsindct, treten diese mit einander in Wechsels,,kung, und was in der chemischen und dynamischen Welt als Anziehung sich äuß,-»,spricht sich hier, auf höherer Stufe, als Geschlechtstrieb aus, der sich im Mensch,, §- u demjenigen Triebe veredelt, den man Liebe nennt. Die Vereinigung der Goschlechter (in der Begattung) ist einerseits ideal und besteht im Zusammenwirkendes vereinten männlichen und weiblichen Princips zur Beseelung eines neuen Laganismus, andrerseits real, indem der Zeugungsstoff des Mannes (der männ-liche Same) sich mit dem Keim im Zeugnngssystcm des Weibes vereinigt, um binangehenden Organismus von leiblicher Seite zu begründen. Der Augenblick da^mpfängniß ist also der Anfangspunkt eines neuen Individuums, das nach dm :Typus (Vorbilde) der Ältern sich entwickelt; denn in dem Erzeugten kann kein an-drer Bildungstrieb wirksam sein als in den Erzeugern, deren Leben und Sein (kmfremdes) sich in dem Kinde erweitert und fortsetzt. Und so bedarf es keiner En- chschachtelung präformirter (schon gebildeter) Keime, um zu begreifen, wicsichnll, !Gattungen von Pflanzen und Thieren (und so auch der Mensch) von Anbeginn bis ,auf unsere Zeiten fortpflanzen konnten. — Ursprünglich muß aber alle Zeugung sdes Organischen eine universelle (^eneratro »eguivoo»), d. h. eine solche gewesensein, die nicht durch organische Individuen entgegengesetzten Geschlechts vermitledwar. Die ersten Pflanzen, Thiere und selbst Menschen müssen durch zeugendeKräfte der elementarischen Natur und nach Naturgesetzen entstanden sein, dieunSnoch unbekannt, wenigstens noch zu dunkel sind, und erst in später Folgezeit ihreAufklärung erwarten. Wer die ersten Menschen, Thiere und Pflanzen unmittki-bar von Gett, d. h. durch einen außer-ober übernatürlichen Zeugungsact —wieman es nach dieser Vorstellungsart nennen müßte — erschaffen sein laßt, dcrzer-haut den Knoten, den die Wissenschaft erst auflösen soll. Was Gott schafft, schHer durch Kräfte der Natur, welches ursprünglich seine oder göttliche Kräfte sind, under schafft es nach Naturgesetzen, welche ebenfalls von ihm stammen. Zufolge jenerunwissenschaftlichen Annahme einer unmittelbaren göttlichen Zeugung oder Erschaf-fung sollen alle Thier- und Pflanzengattungen von einem ersten Paare abstamme»,wie man es, der Mosaischen Urkunde gemäß, von den Menschen annimmt, uuddas Paradies wäre sonach der Versammlungsort der ersten Paare aller gegenwärtigvorhandenen Pflanzen - und Thiergattungen gewesen, in deren Mitte die ersten ^Menschen als Beherrscher auftraten. Es ist eben nicht schwer, zu zeigen, wie schdiese Voraussetzung mit den Gesetzen und der Ordnung der Natur streitet. Nurwenige Thier - und Pflanzengattungen können in verschiedenen Gegenden unbKli-)malen gedeihen, sondern bei weitem die meisten erfodern eine eigenthümliche Natur-umgebung, und eS ist daher keine Gegend denkbar, in welcher alle ursprünglich bei- ^summen gewesen wären. Die Entstehungspunkte müssen also sehr zerstreut gewe- ^sen sein. „Nun aber", sagt Steffen- im 2. Bd. s. „Anthropologie", S. 2b,„findet man dieselbe eigenthümliche Beschaffenheit der Gegend auf den entfernteste» .Punkten und dann nicht selten mit den nämlichen Insekten und Pflanzen. Welch» iPunkt war nun der ursprüngliche? Und wenn wir irgend einen, offenbar Willkür- ^lick, als einen solchen annrhmen, wie geriethen die Gattungen von diesem nach deinvöllig isolirten Punkte? — Gegen Norden wie gegen Süden treten dieselben Na-turverhältnisse des Klimas hervor, und mit diesen zeigen sich die nämlichen Thwff jPIwea judsta sden zottigen Seelöwen) finden wir in dem nördlichen Nordamerika»!-