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12 (1830) W bis Z
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Zeiten

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ä herrschte in diesem Zeitalter ein immerwährender Frühling. Unter Jupiter's Re-ift qiemng folgte 2) das silberne Zeitalter. Jupiter theilte das Jahr in 4 Jahreszeiten.' Die Menschen, die vorher auf den Feldern und in den Wäldern gewohnt hatten,singen nun an, Häuser zu beziehen und das Feld zu bauen. Darauf trat 3) dasi chmic oder erzene Zeitalter ein, in dem schon Wildheit und Liebe zu den Waffen sichzeigte, doch aber die Menschheit sich noch keiner Verbrechen schuldig machte. . End-! lich erschien 4) das eiserne Zeitalter. In diesem hörten Treue und Redlichkeit auf,und Betrug, Hinterlist, Habsucht und Gewalt traten an ihre Stelle. Man sing an,s Schiffe zu bauen, die Felder auszumessen; man suchte die in der Erde verborgenenReichthümcr auf; man entdeckte das Eisen und schmiedete Waffen; es entstandenKriege, Raub und Mord, und Astraa floh zum Himmel zurück. Die Gigantenstülinten den Himmel. Diese Darstellung Ovid's ist von Dichtern und Philosophenvielfältig nachgeahmt und weiter bearbeitet worden. Hesiod stellt zwischen das eherneund eiserne noch das heroische, welches die griechische Heldcnzcit begreift. EtwasÄhnliches dieser Weltalter findet sich in den Jugs der Inder. Über geschichtlicheZeitbestimmung s. Ehronologie, Tabellen, Periodeund Weltalter.

' Zeiten. Dieses Ausdrucks bedient man sich 1) in der musikalischen Takt-t lehre; 2) in der Rhythmik und Prosodie. Dort sind es die Theile des Takts, hiers des Fußes, und man redet hier wie dort von guten und schlechten Zeiten, welchedurch Arsis und Thesis bestimmt werden. (S. d. und Rhythmus.)

Zeitgeist. Da die größten Mißverständnisse sich an diesen Ausdruck knü-pfen, und unter demselben die subjective Ansicht, die Wünsche und BedürfnisseEinzelner oder Mehrer, mit dem Bedürfnisse der Völker und Staaten einer Zeitallzu häufig verwechselt wird, so ist es zweckmäßig, in einem Werke, welches demGeist der Zeit entsprechend sein soll, eine Bestimmung desselben nicht zu übergehen.Der viclschreibende de Pradt, der auch gern als Organ dieses Zeitgeistes geltenmöchte, hält ihn für den Ausdruck der Bedürfnisse der lebenden Menschen und dasMaß ihrer Kräfte. Noch bestimmter spricht sich der geistvolle Übelen über ihn soaus:Der Zeitgeist ist die Summe herrschender Ideen, die durch Inhalt oderForm einer Zeit cigenthümlich angehören und sie von andern unterscheiden. Frei-heit und Nothwendigkeit erzeugen zusammen solchen Geist". Gewiß eine Bestim-mung, von welcher das treffende Wort nicht gilt:Denn was die Herrn den Geistder Zeiten nennen, das ist der Herren eigner Geist".

Zeitgleichung nennt man den Unterschied zwischen mittlerer und wahrerSonncnzeit (s. d.). Man stelle sich, um Len nicht leichten Gegenstand noch un-ter einem andern Gesichtspunkte zu beleuchten, eine eingebildete (mittlere) Sonnevor, welche den Äquator zur Jahresbahn hätte und denselben mit gleichförmigerGeschwindigkeit durchliefe. Diese würde mittlere Zeit, gleich unfern Taschen - undPendeluhren, deren richtigen Gang vorausgesetzt, zeigen; wogegen die wahre, dieEkliptik mit ungleichförmiger Geschwindigkeit durchlaufende Sonne wahre Zeit. mackt, welche jede richtig gestellte Sonnenuhr zeigt. Das heißt mit andern Worten,dieZeitgleichung ist der Unterschied zwischen der Mittlern und wahren geraden A u f-stcigung (s.d.) der Sonne: eine Erklärung, die man vollkommen verstehen muß,i wenn man in Erwägung zieht, daß der mit der wahren Sonne zugleich culminirendeÄquatorspunkt ihre wahre gerade Aufsteigung bestimmt. Unter den Lehrbüchernder Astronomie zeichnet sich in deutlicher Behandlung dieses Gegenstandes auSBode'sSternkunde" (3. A., Berl. 1808). v. N.

Zeitmaß, s.Tempo.

Zeitmesser, s. Chronometer.

Zeitrechnung, Zeitkunde, s. Chronologie.

Zeitrenten, s. Renten und Annuitäten.

Zeitschriften, Journale im weitem Sinne, umfassen alle regelmäßigfortgesetzte Sammlungen von Nachrichten, die durch Neuheit an sich oder durch