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Zeitungen ,
ihre Beziehung auf die Gegenwart Aufmerksamkeit erregen können; im enger» >Sinne schließen sie die Zeitungen, Tag - und Wochenblätter aus. Eine Übersich !der wichtigem in - und ausländischen Zeitschriften im weitern Sinne gibt der „Zch >tungspreiscourant für Preußen" auf das 1.1830. Dieser zählt 663 Zeitschriftenauf, welche von dem königl. Zeitungscomptoir in Berlin ausgegeben werden; dar,unter sind, ohne die Eursberichte, Schifffahrtslistcn u. dgl., 115 politische Zei-tungen und 212 literarische und wissenschaftliche Zeitschriften. Hinsichtlich d„Staaten kommen die meisten auf England, die Verein. Staaten, Deutschland uniFrankreich, die wenigsten auf Spanien und Portugal; hinsichtlich der SM -kommen die meisten Zeitschriften auf Leipzig, Jena, Weimar; die wenigsten aufRom und Madrid. (S. Literaturzeitungen.) Vgl. Wachlcr's „Handb.duGesch. der Literatur", Hl, 57. Eine vergl. Statistik der periodischen Druckpresseaus dem Franz, des Jsid. Lebrun, s. in Bran's „Miscellen", 1828.
Zeitungen. Dieses Mittel, die Zeitereignisse schnell bekanntzumachen,Ideen darüber in Umlauf zu setzen, neue Erfindungen mitzutheile», ÜberhangNachrichten aller Art zu verbreiten, und dadurch den Gang der bürgerlichen Ge-schäfte zu erleichtern, sowie auf die öffentliche Meinung einzuwirken, ist eine ausden Fortschritten der Eultur hcrvorgegangene Erfindung neuerer Zeit, die durch di,Einführung der Buchdruckerkunst und der Posten begünstigt, nach und nach ei»,unübersehbare Ausdehnung und einen unübersehbaren Einfluß gewonnen HelDas deutsche Wort Zeitung kommt nicht von Zeit her, sondern von dem veraltet,»Theidinge oder Theidung (engl. tillinA»), geschehene Dinge, Begebenheiten. Ih-ren Ursprung hatten sie in Italien. Der Krieg, den die Republik V enedig niilSoliman II. in Dalmatien führen mußte, gab Veranlassung, daß man in Ve-nedig von 1563 an die eingegangenen Kriegs - und Handelsnachrichten in gcschiii-benen Blättern (uotirie ««ritte) an einem besonder» Orte den Neugierigen zum 'Lesen mittheilte. Das Lcsegeld dafür wurde in einer jetzt nicht mehr gangbar,»Scheidemünze, A»-ietts, bezahlt, und dieser Name ging auf die Neuigkcitsblattnselbst in Italien und später in Frankreich (Zirrotte) über. Eine 60jährige Samm-lung dieser Blätter wird in der Magliabccchi'schen Bibliothek zu Florenz auf-bewahrt. In England erschien der „Ln^Iisll morvurz-" zuerst 1588, alsdi,große spanische Armada die britischen Küsten bedrohte. Der dreißigjährige Kriiggab einer eignen engl. „Kriegschronik" die Entstehung. Dann entstanden in Eng-land Uorvurie«. Die ersten eigentlichen englischen Zeitungen sind: 1) Derblio intelli^envei", und 2) die „I^onckon Fsrotte" von 1665. In Deutsch-land kamen im Anfänge des 16. Jahrh. ähnliche Blätter auf, und zwar die sogen.Relationen zuerst zu Augsburg und Wien 1524, zu Regensburg 1528, zuDillingen 1569, zu Nürnberg 1571, wo sie anfänglich in Briefform und gedruckterschienen, jedoch ohne Angabe des Druckorts oder einer Nummer. Als das erss,fortlaufende deutsche Neuigkeitsblatt kennt man die „Aviso, Relation oder Zeitung:was sich begeben oder zugetragcn hat in Deutsch- und Welschland, Spanien undFrankreich rc-, in Ost- und Westindien rc.", 1612, in numerirten Blättern gr-druckt. 1615 wurde zu Frankfurt a. M. das „Frankfurter Journal" von dmBuchhändler Emmel angcfangcn. Diesem gebührt das Verdienst der Einführung §regelmäßiger Zeitungen. 1617 kamen ebendaselbst die „Post-Avisen" heraus, welch« ^der Postmeister v. d. Birghden veranstaltete. 1618 folgte dann der „Postreitcr"!» §Fulda, und beinahe ebenso frühe Spuren hat man von nürnberger, augsburgerundbrüsseler Zeitungen. Seitdem erschienen nach und nach an verschiedenen Orten u.d.Titeln: Relation, Ristretto, Correspondent (s. Hamburger Correspon-d ent), Courier, Chronik, Realzeitung u. dgl. öffentliche Zeitungsblätter, die!»der Regel mit einem landesherrlichen Privilegium versehen waren und von de» -Regierungen unter Cmsur gestellt wurden.
Aött erst mit dem Anfänge der stanz. Revolution erhielten die politischen W