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und der Schatten wird sanft getuscht. Dies ist besonders geeignet für architektonl,sche Zeichnungen, wie auch für historische Skizzen. Die Kreidezeichnungen sind tsigebräuchlichsten und am geeignetsten für alle Kunstlehrlinge, weil sich hier Fehl«verwischen und verdecken lassen. Man bedient sich dazu sowol der schwarzen alzrothen Kreide, und höht, wenn der Grund farbig ist, mit weißer Kreide die Lieh!»auf. Behandelt man die Kreide so, daß man sie schabt und sie verwischt mit kleinenRollen von Papier oder Leder aufträgt, welche Wischer heißen, so bekommt einesolche Zeichnung ein äußerst weiches und gefälliges Ansehen, obgleich weniger strengeBestimmtheit. Diese Manier, die, nach dem französischen Namen des Wischer-, >auch ü I'Eompo heisst, eignet sich besonders, um breite Massen von Schatten und 'Helldunkel anzugeden und einen harmonischen Lichteffect hervorzuiringen. Es Mauch Kreidezeichnungen, wo die Hauptfarben der dargestellten Gegenstände ganzleicht mit bunten Stiften angedeutet werden; diese eignen sich besonders zu Portrait-,In diese Gattung von Zeichnungen gehören ferner die mit Bleistift und SilberHauf Papier und Pergament, die sich zur zarten Ausführung kleiner Gegenständ!eignen; man nennt dies crayonnirte Zeichnungen, bisweilen sind sie ganz zart niileiner trocknen Farbe untermischt. Das Tuschen geschieht mittelst des Pinsels, unsweißeS Papier, mit ausgesparten Lichtern, entweder mit chinesischer Tusche, odn lmit Sepia und Biester, mit Indigo und Earmin gemischt. Diese Art zu zeichnengestattet die höchste Vollendung und ist in allen Gattungen der darzustellenden Ge-genstände anwendbar.
Alle Zeichnungen werden in 5 Classen eingcthesit: in Gedanken oder ersteEntwürfe, in ausgeführte Zeichnungen, in Studien, in Akademien und Carle»-.Jene sind die ersten Einfälle, die der Künstler aufs Papier wirft, um ein vorhade»-des Werk danach auszusühren. Man nennt sic Skizzen oder Croquis; ihr ^Zweck ist bloß, den ersten noch rohen Gedanken festzuhalten, und so wenig mmstrenge Richtigkeit oder Zartheit von ihnen erwarten darf, so hoch werden sic dochgeschätzt, wenn ein Meister sie mit Geist und Kühnheit entwarf. Man nennt ftauch tocki'rte Zeichnungen («lossim, I,ernte,-,); sie machen den größten Reichlhunider Sammlungen von Handzeichnungen aus. Aus geführte Zeichnungen nenntman diejenigen, die sorgsam vollendet und mit Andeutungen aller Kleinigkeiten aus-gcarbeiket sind. Unter Studien versteht man einzelne Theile von Gegenständen,die entweder nach dem Leben oder nach dem Runden (chaprön In bosne) gemachtsind, als Köpfe, Hände, Füße, Arme, zuweilen auch ganze Figuren. Hierhergehören auch Zeichnungen nach Skeletten und Muskeln, welche ^nan macht, umdie Anatomie zu studiren. Von Gewändern, von Thieren, Bäumen, Pflanzen,Blumen und Landschaften macht sich der Künstler ebenfalls Studien, welche dambei der Ausführung von großem Nutzen sind. Akademien oder Acte nennt mmdie Figuren, welche in den Malerakademien nach dem lebendigen Modell gezeichnetwerden. Das Modell wird bei Lampenerleuchtuvg in allerlei Stellungen gesetzt,wobei künstliche Lagen der Glieder, Verkürzungen und schwere Wendungen Vorkom-men, um die Schüler unter Aufsicht der Professoren darin zu üben. Um Falten-wurf und Bekleidung zu studiren, werden die Gewänder auf den Gliedermann(Mannequin), eine hölzerne Figur, deren Gelenke beweglich sind, gelegt, und da-nach gezeichnet; oft werden die Gewänder naß darauf gelegt, um sich desto bestimm-ter den Formen anzuschmiegen und diese durchschimmern zu lassen. Cartons(s d,) sind Aerchnungrn auf grauem Papier, in derselben Größe, als das danachauszuführende Gemälde. — Noch bedienen sich die Künstler verschiedener Hülft-mittel, um den Umriß eines Gemäldes auf eine andre Leinwand zu übertragen,wenn sie es recht treu coviren wellen, oder wenn sie ihren Entwurf nur aus denGcnnd, aus dem sie ihn auszuführen gedenken, wiederholen wollen. Soll dieWiederholung verkleinert oder vergrößert werden, so pflegt man Faden in abgemes-senen Quadraten über beide Tafeln zu ziehen. Dann wird es leicht, in jedes Qua-