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12 (1830) W bis Z
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Zeichnungskunst

i spricht mehr zum Sinn als zu den Sinnen. Man kann schon bei den frühesten, Versuchen im Zeichnen verschiedene Epochen annchmen, die sich fast bei allen Na-

, l stonen wiederholen. 1) Bezeichnet- man die Gegenstände nur durch rohe formlose- ^ Linien, z. B. ein Oval war ein Kopf rc. 2) Um solche Zeichnungen mehr in die Au°j ' gm fallend zu machen, füllte man den Umriß mit schwarzer oder andrer Farbe aus' ! und zeichnete dann in diesen schwarzen Schattenriß mitWeiß die Augen und Augen»

> ! brauen, Nase, Mund undHaare. Zu diesen Abbildungen schrieb manNamen und

> s erklärende Worte, wie wir sic auf den älter» Basen finden. Diese Sitte wurde bei

> s den Griechen selbst in den blühenden Zeiten der Kunst beibehalten, denn die Figuren

> i der großen Gemälde des Polygnot in der Lesche zu Delphi waren durch Überschriften: bezeichnet. In der 3. Epoche sing man schon an, die noch schattenlosen Zeichnungen

! Du iliuminiren; man gab nämlich die Farben der verschiedenen Gewänder an, aber! -L Alles völlig flach. So stickten Helene und Andromache in Homer's Gesängen ihre' ^ Teppiche. In der 4. Periode bemerkte man bei dieser Flachmalerci den Mangel derRundung. Ardices und Telephanes (wahrscheinlich erdichtete Namen) singen an,' Durch das Schrassiren inwendig die Rundung der Körper auszudrücken. So zeich-»uete in neuerer Zeit Polidor di Caravaggio mehre Frescos in Rom, wo er sich mit

> > M ciuer einzigen Farbe begnügte, die Schatten aber durch Schrasfirungen ausdrückte,l Man nennt diese nl sArsktito oder peinturso lmeböos. Diese Manier zu zeichnen

! war aber äußerst hark. Philokles und Kleanthcs erfanden die Monochromen oder

> ; einfarbigen Gemälde (die nicht mit den Monogrammen, oder mit Linien skizzieren

> s,Zeichnungen, zu verwechseln sind); bei den Monochromen wurden die Farben mit

^ A Weiß gemischt, so glich dies der Manier, welche man jetzt en osma^eu nennt. Dies' F bildete den Übergang aus dem Zeichnen in das eigentliche Malen, welches sich durch> das volle Bedecken des Hintergrundes von der Zeichnung unterscheidet. Die Griechen' k waren sehr streng und genau bei ihrem Unterricht im Zeichnen; Pamphilus, decLeh-^ s rrrdes Apellcs, verlangte, daß seine Schüler 10 Jahre bei ihm aushalten mußten,i - Man konnte 3 Lehrstusen annehmen: in der ersten wurde Festigkeit der Hand undl d des Striches erworben, die Lehrlinge mußten mit Griffeln auf Tafeln zeichnen, die! ! mit Wachs überzogen waren; in der zweiten studirten sic die Feinheit und den zartenI k Schwung der Striche, indem sic mit den« Griffel auf geglätteten Buchsbaumtafelni ^ und bisweilen auch auf Membranen oder zubereiteten, mit Wachs überzogenen Thier-! Z feilen arbeiteten. In der dritten Lehrepoche mußten sie Leichtigkeit und Freiheit er-! F werben; hier wurde der Pinsel statt des Griffels genommen, und mit ihm auf weiße> Tafeln schwarze oder rothe, aus schwarze Tafeln weiße Skizzen aufgetcagen. Hierzu^ nahm man auch oft gekreidete oder gegypste Tafeln. Die Linearzeichnung wurde

^ ihren Triumph. Der Wettstreit des Apelles und Protogenes, in solchen mit unge-mkiner Zartheit und Leichtigkeit hingeworfenen Linien, ist bekannt. Diese Feinheitund Reinheit der Umrisse ist auch der Hauplvorzug aller berühmte» Vasengemälde;) etwas Hartes und Trocknes erhielten selbst die auf solche Umrisse ausgeführtcn Ge->i mäldc, und man kann wol behaupten, daß diese Art zu zeichnen, durch den Einfluß1 der byzantinischen Schule auf das westliche Europa, auch den frühem trocknen undr magern Styl der altitalienischen sowol als altdeutschen Schule veranlaßte.

L In der neuern Zeit lassen sich die Arten zu zeichnen in 3 Hauptgattungen cin-« steilen t mit der Feder, mit der Kreide und mit Tusche. Man zeichnet theils aufz farbiges, theils auf weißes Papier; bei dem erstem werden die Lichter mit weißerf Kreide aufgesetzt, bei letztem, aber werden sie ausgespart. Die Federzeichnungeni haben stets etwas Hartes, Ungefälliges, doch geben sie der Hand Sicherheit undi Leichtigkeit; besonders nützlich sind sie für Landschaftszeichnec. Es gibt zweierleis Arten von Federzeichnungen: entweder wird an der Schattenseite die Zeichnung miti Sckrafsirunaen «--rllärssr msrden nur die Umrisse mit der Fächer angegeben.

zur höchsten Vollkommenheit gebracht, und in ihr verherrlichten die größten Meister

raonv.-vex. Siebente Arisi. Bd. xn. -j-

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