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Zeichen Zeichnungskunst
welche den höher» Ertrag veranlaßt haben, nichts beigelragen, so muß der Zehnt, ,pflichtige von dergleichen Verbesserungen gänzlich abgeschreckt werden. Auch htz «der Zehnte in vielen Fallen den Grundbesitzer ab, den Anbau minder einträglich,,Früchte mit dem Anbau ergiebigerer zu vertauschen, weil diese nicht so leicht gezehn,'tct oder nicht so gut vom Zehnlherrn benutzt werben können. So konnte man nachAdam Smith's Versicherung in England erst versuchen, den Kcappbau emporzu, sbringen, nachdem eine Parlamentsacte verordnet hatte, daß von jedem mit Krappbestellten Acker Feld statt des Zehnten 5 Schillinge entrichtet werden sollten; ritzder so nützlichen Verbreitung des Futterkräuteranbaus und der Obstcultur steht i»mancher Gegend von Deutschland nichts mehr im Wege als die Furcht, den Haupt,ertrag dieser Benutzungsweise der Felder dem Zehntherrn überlassen zu müssen, d«armen will, wo er nicht gesäet hat". — Mit Recht ist daher den Regierungen di,Abschaffung der Naturalzehnten als eine der weisesten Maßregeln anzuempfebleii,eine solche Abschaffung aber ohne Entschädigung des Zehntherrn wäre Ungerecht!;,keil. Gehört der Zehnte dem Staate, so ist er zur Bestreitung des Scaatsaus,wandes bestimmt, und die Lücke in der Staatscasse, welche durch die unbedingt,-Aufhebung des Zehnten entstehen würde, müßte durch Abgaben der übrigen Bwger ergänzt werden; sind aber Privatpersonen die Zchnlherren, so darf die Reg»,rung noch weniger den Zehnten unbedingt und ohne Ersatz abschaffen, ohne eiiieiEingriffs in wohlerworbene Rechte sich schuldig zu machen. Alles kommt demnachhierbei darauf an, mit dem Zehnten eine so wohllhätige Veränderung vorzunehmen,baß weder der Zehntberechtigte etwas verliert, noch der Zehntpflichtige etwas zun,Nachtheil Jenes gewinnt; dies kann aber nur dadurch geschehen, daß man dieGrundstücke nach einem Durchschniltscrtcage von mehren Jahren abschätzt Mdanach den Theil, welcher dem Zehntherrn jährlich gebührt, bestimmt. Immerhinmag dann dieser Theil in Natur, d. h. in Körnern, abgeliefert, oder nach dem Machpreise in Münze bezahlt werden: auf jeden Fall wird auf solche Weise der Zweckenreicht, daß der Lanvmann fernerhin von der Verbesserung der Bodencultur nicktabgeschreckt, und nicht gehindert wird, seine Grundstücke nach freier Willkür zubenutzen. X. K.
Zeichen, astronomische, mathematische, arilhmekische, chemische und ge«,metrische, s. Charaktere.
Zeichenlehre, in der Medicin, s. Semiotik.
ZeichnendeKünste nennt man alle Künste, bei welchen Zeichnung vonsichtbaren Formen die Grundlage ist, also auch die Malerei, Bildhauerkunst (diebildende Kunst) und die Architektur; ferner die Kupferstecherei rc.
Zeichnungskunst, als selbständige Kunst betrachtet, ist die ältere Schwe-ster der Malerei und tritt später mit der Geometrie in Verbindung. Sie ist dieKunst, sichtbare Formen und Verhältnisse zu einander durch Licht und Schatten ausFlächen darzustellen. Umschreibungen durch Linien, und Versuche, durch dieseauf einer Fläche Dasjenige nachzubilden, was wir in der Natur in gerundeten For-men erblicken, dies ist der Anfang alles Zeichnens. Skiagraphie nannte ma»bei den Griechen solche Linearversuche, einen Schatten auf einer Fläche zu umschrei-ben. (Vgl. Silhouettirkunst.) Der altgriech. Sage nach wurden Zeichnungund Plastik bei derselben Gelegenheit erfunden; denn die Tochter des Dibutades,welche den Schatten des Profils ihres scheidenden Geliebten an der Wand umschrieb,den der Vater dann ausschnitt und in Thon modellirte, wird uns als erste Zeichne-rin genannt. Zeichnung ist eine Kunst der Täuschung, sie will uns Erscheinungenverzaubern, die nicht wirklich da sind; nur durch den geistigen Sinn, nur durchdas Auge, spricht sie zu uns, sie läßt sich nicht begreifen, dem tastenden Gefühlebleibt sie fremd. Sie bestimmt die Formen durch Lincarumrisse und Schatten,die Nähe und Ferne der darzustellendcn Gegenstände durch Hülse der Perspective.