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12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
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Zappi Zarlmo 457

der Franzosen, denen sie 1799 von den Russen wieder entrissen wurde. Seitdembat sie einen Theil der genannten Republik ausgemacht, die durch den am 5. Nov..1815 zu Paris zwischen Rußland und England geschlossenen Vertrag unter denunmittelbaren und ausschließcnden Schutz Großbritanniens gestellt wurde. DieInsel Zante ist 4 ssM. groß und hat gegen 40,000 griech. Einw. Sie bestehtqrößtentheils aus einer ausgedehnten Ebene, welche sich von der nördlichen zur süd-lichen Küste erstreckt, im Westen von einer Hügelkette und im Osten durch dmBerg Scopo und die bergigen Umgebungen der Stadt begrenzt ist. Sie hat keinenFluß, doch Quellen, aber kein gutes Trinkwasser. Überall findet man Spuren un-terirdischen Feuers, daher sie auch den Erdbeben sehr ausgesetzt ist. Merkwürdigsind die schon von Herodot erwähnten Pechquellen, welche sich bei Chieri, 2 Mei-len von der Hauptst,, an 3 4 Stellen eines Morastes in der Gestalt kleiner Tei-che befinden. Die Ufer und der Grund sind nämlich stark mit Steinöl belegt, wel-ches die Frühlingsgewässer auf die Oberfläche bringen und absetzen. Man sammeltjährlich 100 Tonnen, und es wird nur zum Kalfatern der Schiffe gebraucht. Dersehr fruchtbare Boden der Insel liefert nur auf 4 Monate für seine Bewohner Ge-treide, denn zwei Drittel der Insel sind mit Reben bepflanzt, wovon jährl. 40,000Tonnen Wein gewonnen werden; deßgleichen ärntet man 12 13 Mill. PfundKorinthen, welche größtentheils nach England gehen, an 60,000 Tonnen Oliven-öl, auch eine bedeutende Menge von Pomeranzen und Limonien. Das Gewerbeder fleißigen Einw. besteht in Baumwollcnspinncrei, Weberei und beträchtlichen Li-queurbrennereien. Die Hauptst. Zante liegt am Fuße eine« Berges, auf demrin von den Venetianern erbautesFort mit sehr ausgedehnten Festungswerken steht.Sie hat 19,000 Einw., ist nach ital. Art gebaut, mit engen Straßen und massi-ven, 4 5 Stockwerke hohen Häusern. Hier sind 2 Quaramainehäuscr. DieInsel hat vom 29. Der. 1820 bis zum 6. Jan. 1821 durch Erderschüttcrungenund andre ungewöhnliche Naturereignisse sehr gelitten.

Zappi (Giovanni Battista Felice), geb. zu Jmola 1667, gehört zu denbesten italienischen Dichtern seines Zeitalters. Nachdem er zu Bologna die Rechtestudirt und so schnelle Fortschritte gemacht hatte, daß ihm schon in seinem 13. Jahredie Doctorwürde ertheill worden, begab er sich nach Nom, wo er bald nicht bloßals Rechtsgelehrter, sondern auch als Dichter glänzte. Er war einer der Stifterder Akademie der Arkadier, in welcher er den Namen Tsisi Leucasio annahm, undder er zur besondern Zierde gereicht«. Ein phantastisch-graziöser Charakter zeichnetalle seine Poesien, besonders dieCanzonen und Madrigale, aus; nur zuweilen dürfteihn der Vorwurf des Gesuchten und Gekünstelten treffen. Seine Talente hattenihm die Gunst Clemens Xl. erworben, der ihm zu ansehnlichen Pfründen Hoffnunggemacht hatte. Aber er starb 1719, noch ehe er zu ihrem Besitze gelangt war.Seine Gattin, Faustina Maratti, die Tochter des berühmten römischen MalersCarlo Maratti, war nicht nur durch Schönheit, sondern ebenfalls durch Dichtcr-talent ausgezeichnet. Sie hatte in der Arcadia den Namen Aglaura Cidonia.

Zarlino (Giuseppe), geb. 1540 (nach Gerber 1520) in Chioggia bei Ve-nedig am adriatischen Meerbusen, gest. 1599 zu Venedig, und von niederländ.Meistern, namentlich Adrian Willart, gebildet, gehörte vor Rameau und Rousseauzu den größten theoretischen Musikern. Er bestimmte die Verhältnisse des ganzenund halben Tons genauer, und legte durch sein ausführliches Handbuch über dieHarmonie (lostitu-iioni armoniolie", Vened. 1562,1573, Fol.) den Grund zueiner gründlichen Bearbeitung dieses Gegenstandes. Schon im 18. I. trat er alsSchriftsteller in dieser Hinsicht auf und schrieb eine Menge Werke, welche unterdem Namen seinerInstiturloni armonivlie" und ,,I)imo8tra-iwui armonieire"(1589, 4 Bde., Fol.) in Venedig vollständig gesammelt erschienen. Als Cowpo-nist machte er sich besonders durch eine große Musik bekannt, die er als Capellmei-