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12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
458
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458 Zarskoje Selo Zauner

ster an der St. - Marcuskirche in Venedig zur Feier des Scesieges bei Lepanto Gführte. Der jetzige Tonkünstler wird sich nicht leicht entschließen, seine zsiMsteif geschriebenen Werke zu studircn, würde aber über den Zustand der Musiki16. Jahrh. manchen Aufschluß darin finden.

Zarskoje Selo (Sarsroje Selö, d. i. Saras Dorf, von dem Tauf«,men einer ehemaligen Besitzerin, als der Ort noch ein Dorf war), ein kaiserl. Luhschloß, 25 Werste oder 34 deutsche Meile südlich von Petersburg, von wo aus ei«,Chaussee durch sehr einförmige Gegenden führt. Katharina l. legte hier ein Lchschloß an, das Elisabeth (1744) vergrößerte und verschönerte, und dem KM»!rina li. , deren Lieblingsaufenthalt es war, mit großem Kostenaufwande seine!»!malige Pracht und herrlichen Anlagen gab. Das große, 3 Stockwerk hohe Schltzist prächtig verziert, selbst die äußern Gesimse und architektonischen Verzierung,»sind vergoldet; doch ist, mit Ausnahme Dessen, was Katharina li. schuf ch,veränderte, das Meiste in antikem Geschmacke. Man bewundert vorzüglich!»große Paradetreppe, den Saal mit Spiegelwänden, die Capelle, die Porzellanzinnner und den Bemsteinsaal, in welchem die Wände von oben bis unten zmBildhaucrarbeit aus Bernstein verziert sind. Die Zimmer enthalten prächtig,IMeublen und schöne Gemälde, auch ist hier eine Galerie mit Bronzen, von Küchlern der petersb. Kunstakademie verfertigt. In den Gärten, die in engl. Geschultvon einem Deutschen, Namens Dusch, gut angelegt sind, findet man eine Er» itage mit Statuen und Vasen, röm. und goth. Tempel, Pyramiden, und umjmehren Säulen und Obelisken auch Denkmäler und Triumphbogen, welche K-ltharina il. einigen Männern, die sich unter ihrer Regierung auszcichncten, dmGrafen Rumjanzoff und den Brüdern Ocloff, hier errichtete. Den Eingang dsGartens ziert sitzt ein kolossaler Triumphbogen in antiker Form, von gegossenemEisen errichtet, mit der Inschrift:Meinen theuern Waffenbrüdern geheiligt"Bei diesem Lustschlosse liegt die Stadt Sofia, womit jetzt Zarskoje Selo vereinigt,und wo vor mehren Jahren ein kaiserl. Lyceum für die Bildung von Civilbeamlinerrichtet worden ist. Das kaiserl. Schloß, in welchem sich das Lyceum befand,brannte 1820 ab. (Vgl. Petersburg.) Man s. die Beschreib, in LondonsEncyklopädie des Gartcnwesens" (deutsch, Weimar 1824).

Zauberei, s. Magie.

Zauberlaterne, Lat->rna magica, heißt ein optischer Apparat, mittelstdessen kleine auf Glas gemalte Figuren im Dunkeln vergrößert an einer Wand dai-gestellt werden können. Die Vergrößerung geschieht durch 2 in ein Gehäuse«Laternmform gesetzte Linsengläser, von denen das erste die Strahlen so auf daszweite sendet, als ob sie von einem entlegenern Gegenstände kämen, als das Gemäl-de ist. Um das Bild desto stärker zu erleuchten, ist an der Rückwand der Laterneein Hohlspiegel angebracht. Die Zauberlaterne hat auf die Erfindung des Son-ne n m i k r o sk o p s (s. d.) geleitet. Über den mehrfachen Gebrauch dieses Jnstru-ments s. Wiegleb's und Funk'sNatürliche Magie".

Zauner (Franz, Edler v.), Hofbildhauer, Professor und Rath der kaiserl.Akademie der bildenden Künste zu Wien, war geb. zu Feldpatan im Kauncrthaleim deutschen Tirol 1746. Die Lust zur Bildhauerei zeigte sich früh bei ihm, erbildete sic bei einem Vetter, der Bildhauer war, aus. Der Trieb, sich zu vcroell-kommnen, brachte ihn 1766, arm an Geld, aber reich an Kunsteifer, nach Wien.Er arbeitete 5 Jahre bei dem geschickten Prof. Schletterer. Jede Nebenstunde be-nutzte er, um theils nach der Natur, theils nach den wenigen vorhandenen Abgüs-sen der Antiken sich zu bilden, und so bahnte sich sein Genie den eignen Weg, freivon dem Zwange der Schule. Der .Hofbildhauer Bayer gebrauchte ihn bei denArbeiten zur Verzierung des Gartens zu Schönbrunn. Rastloses, selbst in derNacht fortgesetztes Studium brachte ihn so weit, daß er nun wünschte, unter eignem