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Vriarte (Juan de — Tomas de)
Erficht, die Farbe ist blond, sein Blick vcrräth Kraft und Klugheit. Sein Cha-rakter ist brav. Im Umgänge sehr gewandt, weiß er gut zu sprechen: er schreibtFranzösisch und Russisch mit Fertigkeit. Seine Lieblingsschriftsteller im Altgrie-chischen sind Thucydides und Polybius; im Französischen Racine und Voltaire._Ein 3. Bruder, Georg, geb. zu Konstantinopel den 21. März 1704, beglei-tete seinen Bruder Alexander auf dem Auge in die Moldau und Walachei und theiltesein Unglück wie seine lange Gefangenschaft — Der 4. Bruder, Nikolaus, gcb.zu Konstantinopcl am 16. Aug. 1796, befehligte zuletzt die heilige Schar. Echatte dasselbe Schicksal als seine Bruder Alexander und Georg. — Die Brüder V-haben 2 Schwestern. Die älteste der ganzen Familie, Katharina, ist zu Kon-stantinopcl 1791 gcb.; Maria, geb. ebendaselbst 1798, brachte der Sache ihresVaterlandes ihre ganze Mitgift dar, die in 350,000 Franken bestand. — Derjüngste Bruder, Gregor Theodoret, geb. zu Bucharcst 1805, hat in Paris seineBildung erhalten. Die Mutter lebt noch zu Kischcncw, der Hauptst. Bessara-biens. Die jährl. Einkünfte der Familie belaufen sich auf anderthalb Mitl. RubelPapier. Bgl. die Nachrichten über die Familie Vpsilantis, von Alexander Suzzv,! in,,Zeitgenossen", dritte Reihe, I, 3. 20.
Nr: arte. 1)JuandcV-, königl. Bibliothekar, Übersetzer im Staats-secretariat und Mitglied der span. Akademie, bekannt als Bibliograph, geb. 1702auf der Insel Teneriffa. Ec ward in früher Jugend nach Paris geschickt, wo erspäter im Collegium Ludwigs XIV. mit der klassischen Literatur sich vertraut machte.Nach einem 8jahr. Aufenthalt in Frankreich reiste er nach London und bald nachherin seine Heimath, wo er sich vorzüglich mit dem Studium der engl. Sprache be-schäftigte. Er ging 1724 nach Madrid, in der Absicht, die Rcchtsgclehrsamkeitauf einer span. Universität zu studiren, seine Neigung zur Philologie und Biblio-graphie aber behielt die Oberhand, und er benutzte mit dem rastlosesten Flcißc diekönigl. Bibliothek, wo der Historiker Juan de Ferreras, unter dessen Aufsicht diese' Anstalt stand, ihn bald auszeichnetc und zum Bibliotheksecretair beförderte. DieFrucht seiner bibliographischen Studien war das Verzeichniß der griech. Handschrif-ten der königl. Bibliothek, dessen 1. Th. 1764 in Fol. ». d. T. : „kograo Liblio-tlieeav Iblatiitonai» Ocxlioos N88. .koanne» Vriartv — vxousoit, revonsuit,nvtis, inilividun, »iieorloti» pluribun ovulAutl» illustravit—vtv." DieserBd. enthält Nachrichten von beinahe 60 Handschriften, die Konstantin Laskarismit eigner Hand abgeschrieben hatte. Unter den Abhandlungen, die diesen Bd. be-gleite», ist auch eine über Plagiate. Wahrend der Beschäftigung mit diesem Werke,das ein 2. Bd. beschloß, bearbeitete V- Verzeichnisse der geogr., chronolog. und ma-themat. Merke der königl. Bibliothek, die 1729 und 1739 erschienen, lieferte vieleBerichtigungen undZusätze zuAntonio's literarischem Werke über die span. Schrift-steller und bearbeitete die griech. Paläographie. Als Mitglied der span. Akademie,worein er 1742 trat, war er sehr thätig und trug viele Bemerkungen zu der Ab-handlung über die span. Orthographie, zur casiilischcn Sprachlehre und zu demWörterbuche der Akademie bei. Unter seinen latein. Gedichten zeichnet man seinezahlreichen Epigramme aus. Er war ein fleißiger Mitarbeiter an dem „viaiio 4ol»8 litorstos", seine literarische Liebhaberei war das Sammeln span. Sprüchwör-« ter, deren er gegen 15,000, sowol aus Schriftstellern als aus dem Munde deSi Volks, zusammcnbrachte. Seine latein. Sprachlehre, woran er 40Jahre arbeitete,enthält die Sprachregeln m span. Reimen mit einer Erläuterung in Prosa; sie ward! aber erst nach seinem Tode von seinem Neffen 1771 zu Madrid herausgegeben, derspäterhin (1774) auch die vermischten Schriften seines Oheims bekanntmachte. Ecstarb 1771 zu Madrid. 2) Tomas de Vriarte, des Vorigen Neffe, Über-setzer in der Staatskanzlci und Oberarchivar des Kriegsraths, einer der bestenneuern span. Dichter, geb. 1752. Er trat zuerst (1770) mit einem Lustspiele