441
Vpsilantis (Familie)
Bojaren als gegen die Pforte gerichtet. Beide Jnsurgentenhaupter besaßen dahernicht die Mittel, ihrer Sache Anhang und Festigkeit zu geben. Zugleich rückten 3Paschen, der von Widdin, der von Silistria und der von Vraila, mit 10,000 M.tückischer Truppen in die Walachei und Moldau ein. In Jassy, wo die Hetairi-sten den Bojaren die Verwaltung entrissen hatten, herrschte völlige Anarchie. DerSeraskier Jussuf von B'.aila schlug die Griechen am 13. Mai bei Gamcz, nahmdiese Stadt mit Sturm, zerstörte die griech. Flottille auf der Donau, und zwanghierauf die Hetairisten, Jassy zu raumen, d. 18. Mai. Georg Kantakuzrno wichohne Widerstand mit etwa 3000 M nach dem Pruth zurück. Unterdessen hattesich Wladimiresko wieder in den Besitz von Bucharest gesetzt, wo er noch immermit den Türken unterhandelte, und dem Kiaya Mehmed, Pascha von Silistria,sogar die Stadt am 28. Mai überließ, indem er sich, nach einigen unbedeutendenScharmützeln mit den Türken, nach Pitescht zog, um sich dem Fürsten V. wiederzu nähern. Dieser ließ ihn aber daselbst durch de» Capitain Jordaki (auch Geor-gakis oder Georg von Olympos genannt) aufheben, nach Tergowist abfährsnunk nach einem über ihn gehaltenen Kriegsgericht als Hochverrathcr enthauptens7. Juni). Ties Verfahren erregte viel Unzufriedenheit, Verrath und Abfall, weilTheodor Wladimiresko P.'s Oberbefehl nicht förmlich anerkannt hatte. Zwarschloß sich ein Theil seiner Arnauten, Walachcn und Panduren an die Schar derHetairisten an; allein der Pascha von Braila wußte bald unter diesen Arnautengeheime Verbindungen anzuknüpsen. Als nun V. aus seiner festen Stellung beiRimnik gegen Dragaschau aufdrach, und sein Aortrab von 1000 M., den dertapfere Jordaki führte, von den Türken am 10. Juni angegriffen ward, da ergrif-fen die Walachen und Panduren die Flucht, und Jordaki mußte sich mit einigenhundert Mann auf die heilige Schar der Hetairisten zurückziehen. Jetzt ergriff auchein Theil der Arnauten die Fluck-t und gab die aus 5 Kanonen bestehende Artille-rie dem Feinde preis. In diesem Augenblicke trat ein Neffe des ermordeten Patriar-chen Greg orius (s d.) hervor und foderte seine Geführten auf, der Welt durchfreiwilligen Heldentod zu zeigen, daß ihre Sacke eine heilige sei. Nun rückten diebegeisterten Jünglinge in geschloffenen Gliedern gegen den »»stürmenden Feind undsielen reihenweise im heiligen Kampfe. Nur Wenigen gelang cs, sich mit U. indas feste Kloster Kostia zu retten. So war Griechenlands Blüthe, seine gebil-detste Jugend vernichtet. Verschiedene Befehlshaber, die gleich anfangs ihr Heilin feiger Flucht gesucht, schweiften im Lande umher und begingen die gröbsten Aus-schweifungen. Alexander P. aber gab die theils durch seine Fehler, theils durchVerrath und Zuchtlosigkeit verlorene Sache ganz auf und erließ am 20. Juni 1821aus Rimnik eine Kundmachung, worin er den Arnautenanführer Kaminar-Sawa,als meineidigen Verrather (er war zu den Türken übergegangen) und als Urheberder allgemeinen Auflösung und Flucht, Konstantin»« Dukas, Basilius Barlas,Georgius Manos, die beiden Fanarioten, Gregor Sutfos und Nikol. Skufo, öf-fentlich anklagte und dem Fluche der Hellenen prcisgab. Als er selbst hierauf überdie Grenze ging, ward er in Siebenbürgen verhaftet und nebst seinem Bruder Ni-kolaus als Staatsgefangener auf die Festung Mungalsch in Ungarn abgeführt.Von hier wurden Beide im Aug. 1823 nach der Festung Theresienstadt in Böh-men gebracht, wo man sie äußerst mild behandelte. In ihrer Gesellschaft befandensich noch ein griech. Schisfscapitain und 4 andre griech. Ofsiciere, die schon inMungalsch ihre Mitgefangenen waren. Sie durften überall, innerhalb der Festung,jedoch nur an der Seite eines Plahofsiciers, herumgehen, und bewohnten mehrewohleingerichtcte Zimmer. Nach jener Niederlage hei Dragaschan überlebte derheldenmüthige Georg Olympios allein das allgemeine Mißgeschick, das er vorher-gesehen und vergebens zu verhindern gesucht hatte. Mit einer Handvoll TapfererPg er sich aus der Walachei in die Moldau zurück und endete ruhmvoll seine Lauf-