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12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
439
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Vpern Apsilantis (Familie) 439

Religiosität und liebenswürdigen Sitten. Sein ganzes Wesen war zum Feierlichengestimmt, und alle s. Handlungen hatten diesen Anstrich. Uber s. Werth als Dich-ter mag hier folgendes strenge, aber ziemlich richtige Urtheil eines engl. Kunstcichtcrsstehen.Die Natur hatte V. eine reiche Fülle eines lebhaften und originellen Gei-stes gegeben. Er war vielseitig und unerschöpflich an Hülfsmitteln. Aber diese Vor-züge wurden durch entgegengesetzte Fehler gemindert. Beispiele von Mangel an rich-tiger Beurtheilung und von einem fehlerhaften Geschmack finden sich nicht selten beiihm. Ost spinnt er einen starken und glänzenden Gedanken mit ermüdender, insKleinliche gehender Weitläufigkeit bis zum äußersten Ende aus; er scheint den gan-zen Umfang s. GemüthS haben zeigen zu wollen, um ganz entfernte Bilder und Ge-danken zu vereinigen, die nur durch die größte Mühe mit einander verbunden werdenkonnten. Seine glühende Einbildungskraft durchbricht die Schranken der Kritik,und er verliert sich bisweilen in Schwulst, gerade wenn er glaubt, recht erhaben zusein". Thomas Poung, Physiker, Mathematiker und Naturforscher, Arzt desSt-Georgs-Hospitals, Mitglied der stanz. Akad,, zeigte durch s. Art. über die Hie-roglyphen in Brewster's Encyklopädie, welche er 1823 in fAccount vk some re-cent liisoovorio» in iiierogfl^piiivsl litterrrture" erweiterte, spatem Forschern, z.B. Ehampollion, die Bahn. V.'sI-evture« on naturu! piiilosopii^" (2 Bdc,1807,4.) werden noch jetzt als classisch angesehen. Sein Werk über die Mechanikhat Hachctte ins Franz, übers, (könumö ,Io Irr mecsniguv et «Io Irr seienve «lesmaeliines"). st), starb zu London den 29. Mai 1829.

Vpern (Uro»), Stadt und Festung in der niederländ. Grafschaft Westflan-ke' n, am Upecle, mit 17,000 E., hat Spitzen-, Leinwand- und Wollenfabriken, undist durch einen Canal mit Brügge, Ostende und Nieuport verbunden.

Vpsilantis (sprich Hypsilantis), -ine altgriechische, von den Komnenenabstammende Fanariotcnfamilie zu Konstantinopel, welche die Hospodarenwürde inder Moldau und Walachei mehrmals bekleidet hat. Der Großvater der in der neue-sten Zeit bekannt gewordenen Fürsten Alexander und Demetrius wurde aufBefehl der Pforte unter fürchterlichen Martern hingerichtet. Der Urgroßvater undder Oheim hatten den Tod durch die seidene Schnur erhalten. Der Vater, Kon-stantin Ppsilantis, Hospodar der Walachei, wurde von der Pforte 1805abgesetzt, aus Rußlands Verlangen aber wieder eingesetzt. Dieser aufgeklärte undkluge Mann war in s. Jugend >n Wien gewesen, wohin ihn Joseph H. eingeladenhatte. Der Monarch behandelte ihn mit väterlicher Güte und weckte zuerst in ge-heimen Unterredungen mit ihm die Hoffnung einer bessern Zukunft in s. Brust. AlsRußland 1806 der Pforte mit Krieg drohte, erfuhr er durch s. Agenten in Konstan-linopcl, daßs. Kopf in Gefahr schwebe; er flüchtete daher mit s.Familie nach Jassy,wohin er auch bereits den größten Lheil s. Schätze und s. ausgcwählte Bibliothek inSicherheit hatte bringen lassen. Der in die Moldau eingerückte General Michelsonnahm ihn in s. Schutz, und die russische Regierung wies ihm und s. FamilieKiew zuihrem Wohnsitze an. Bei dem Vordringen der Russen in die Walachei hoffte er die-ses Fürstenthum unter Rußlands Schutz wiederzuerhalten; in dieser Absicht begaber sich dahin und bewaffnete die Walachen gegen die Türken, konnte aber statt40,000M., die der russische Feldherr von ihm verlangte, nur 5000 M. zusammenbringen.Das russ. Hülfscorps war daher zu schwach, und Y. mußte sich über Siebenbürgennach Rußland flüchten, wo er um 1816 zu Kiew gestorben ist. Die vorzüglichstenSchriften dieses ebenso gelehrten als thätigen Fürsten sind:Anekdoten über dasSerail";Nähere Umstände des türkisch-östreich. Krieges"; eine Übersetzung desAnakreon in italienische, des Hesi'od und des Pindar in stanz. Verse, und mehreWerke in türkischer Sprache. Seine Söhne traten in russische Dienste. Derälteste, Alexander, kais. russischer Generalmajor und Adjutant des Kaisers,grb. am 12. Dec. 1792 zu Konstantinopel, ging 1805 mit seinem Vater nach