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12 (1830) W bis Z
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Vor? (Friedrich, Herzog von)

mußte. 1795 ward er zum Oberfeldhcrrn der britischen Heere ernannt. Er stellteviele Mißbräuche ab, traf manche gute Einrichtung und ward, wegen s. milden Be-tragens dabei, von der Armee geliebt. 1799 befehligte er die Expedition nach Hol-land, an der ein russ. Hülfscorps unter dem General Essen Theil nahm. Zwar er-gab sich die Holland. Flotte dem Viceadmiral Mitchel, und der Herzog landete imHelder, aber zu spät. Es hatte nämlich an Transportschiffen gefehlt, um 30,600M. zu gleicher Zeit übersetzen zu können. Auch waren ohne die Schuld des HerzogsZeit und Ort schlecht gewählt. Man landete in einer ungünstigen Jahreszeit (Ende^ Aug.) und, statt tiefer südlich, in Nordholland. Das Wetter war nachtheilig, unddie Russen (behaupten die Engländer) thaten ihre Schuldigkeit nicht. Daher siegteBrune an der Spitze des stanz.- holländ. Heeres bei Bergen (19. Scpt) über dieVerbündeten. Zwar griff der Herzog den Feind am 2. Oct. bei Aikmar wieder anund drängte ihn zurück; allein er benutzte diesen Vortheil nicht und ward daheram 6. von Brune zurückgeschlagen. Hierauf kam den 18. eine Eapitulatienzu Alkmar zu Stande, nach welcher die Engländer 8000Knegsgcfang->ne zurück-gaben und das Gebiet der Republik räumten. Der Herzog übernahm hierauf wie-der die Leitung des Heerwesens. Allein s. Verbindung mit Mistreß blarke wurdefür s. Ruf sehr nachtheilig. Als er mit dieser listigen Frau Bekanntschaft machte,hielt er sie für eine Witwe. Sie wußte ihn lange zu täuschen; sobald er aber erfuhr,daß ihr Mann noch lebte, brach er allen Umgang ab, beging jedoch den Fehler, ihr1 eine Pension von 400 Pf zu verweigern. Sie schloß sich daher an ein Mitglied desUnterhauses, den Obersten Wardle, an, welcher den Plan entworfen hatte, den Her-zog in der öffentlichen Meinung zu verderben. Unterstützt von mehren Unzufriede-nen, welche sich zurückgcsetzt glaubten, trat er den 27. Jan. 1809 als Ankläger ge-gen den Herzog auf und verlangte eine Untersuchung s. Betragens als Oberbefehls-haber. Er warfihm vor, daß er bei Vergebung der Militairstellrn, Pensionen re.Mißbräuche geduldet, Bestechungen zugelassen und besonders durch den Einflußs. Buhlfcau, der Mad. Clarke, sich habe leiten lassen. Die Anklage fand vor demUnterbaust statt, und der Kanzler der Schatzkammer bestand auf den Fortgang derUntersuchung. Die Clarke erschien mehrmals vor dem Unterhaust persönlich. Sicgestand ein, Geld empfangen zu haben, um Beförderungen zu unterstützen; alleinder Herzog habe ihr dazu die Erlaubniß gegeben. Ihre frechen Antworten be-> lustigten das Publicum und schadeten dem Herzog in der öffentlichen Meinung, ohneirgend einen erheblichen Kiagepunkt zu beweisen. Vielmehr wurde der Herzog mitemerMehrheit von 278 Stimmen gegen 196 steigesprocken, als habe er selbst keinenAnthcil an den vorgefallenen Bestechungen und Unregelmäßigkeitengenommen. Den-noch drang Wardle auf die Motion, von dem Könige die Absetzung des Herzogs alsBefehlshabers der Landarmer zu verlangen. Zwar wurde diese Adresse durch dieStimmenmehrheit verworfen, allein der Herzog fand für gut, d. 20. März 1809 s.Stelle freiwillig niederzulegen. Doch schon d. 25. Mai 1811 setzte ihn s. Bruder,der damalige Prinz-Regent, in die Stelle eines Feldmarschallö und Oberbefehls-habers der gesammten britischen Landmacht wieder ein. Jndeß war die Ursache s.Entlassung, s. Verbindung mit Mistreß Clarke, die unter dem Schutze s. GunstHandel mit Militairstellen und Pensionen getrieben haben sollte, noch in frischemAndenken. Daher trugen d. 6. Juni Lord Milton und Francis Burdett im Unter-baust auf den Beschluß an:Es scheine dem Unterhältst sehr unschicklich, daß dieRache des Prinz Regenten diesem die Wiedercrnennung des Herzogs zum General-kommando vorgeschlagen"; allein ihr Antrag wurde, da die Grenville-Fox'sche Par-tei dem Prinz-Regenten ergeben war, mit einer großen Stimmenmehrheit verwor-fen. Das Volk unterhielt sich dagegen mit Spottgedichten ausdie P-inzen des königl.Hauses. Übrigens wird jeder Unbefangene sich leicht überzeugen können, daß derHerzog nicht für einzelne vielleicht vorgefallene Unordnungen verantwortlich sein

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