434 Beoman Vork (Fnedr!ch, Herzog v.)
Pottugal und dem mittelländischen Meere treiben. Nach Norwich werden überVarmouth viele Güter «'»geführt, und ebenso die eignen Fabrikate von da ausgr- -führt. Die Küstenfahrt besteht in der Einfuhr von Steinkohlen und Ausfuhr vo»Korn, Malz und Worstedzmche». Nach Grönland werden Schiffe auf den Wall-sifchfang geschickt, auch gehen Schiffe aus, um Kabeljau zu fangen. Den Mo- lnat Oct. hindurch wird in der Nahe von Varmouth eine wichtige Perlenfischern ge-trieben, wozu gegen 150 Schiffe gebraucht werden. Die Hauptnahrung derEinw. besteht seit den ältesten Zeiten in der Herings- und Makrelensischerei. Di,Menge der gefangenen Heringe ist gewöhnlich außerordentlich groß, und sie werde!,von hier auf 40—50 Schiffen nach Spanien, Portugal und verschiedenen HäfenItaliens verführt. Ausgezeichnete Gebäude sind: die Nicolaikirche, das Theater,das Fischerhospital, das Zuchthaus, das Rath - und Zollhaus. Varmouth hatein Seebad. Auch steht hier Nelson's Denkmal.
Veo man, in England ein Mann, der ein freies Landgut besitzt, welchesihn im Range unmittelbar der Gentry nachsetzt. Sonst waren 250 M. der königl.Leibwache aus diesem Stande, daher noch jetzt die königl. sogen. Schweizcrgarden,welche jedoch nicht, wie in Frankreich, aus wirklichen Schweizern bestehen, etwa200 M. stark sind und sich durch ihre seltsame, altväterische Uniform ausM-nen, Homen ok tb.e 6uarä genannt werden. Sie thun keine eigentlichen Kriegs-dienste, beziehen nur die Wache im Tower und scheinen nichts weiter als eine Ar!von Polizeisoldaten zu sein. !
Vermak, auch Jermak, der Eroberer Sibiriens, s. Stroganoff
Vermoloff, s. Jermoloff (Alexe! Petrowitsch).
Vorik, s. Sterne (Lorenz).
Vork und Albanien (Friedrich, Herzog v.), Bruder des K. Georg IV.v. Großbritannien, geb. d. 16.Aug. 1763, wurde schon am 27. Febr. 1764 zumFürstbischof zu Osnabrück postulirt, und regierte das Land von 1782—1802.1811 ward er zum zweiten Male zum Generalissimus der brit. Landmacht ernannt;auch war er kaif. östr. Feldmarschall, Großmeister des Bathordens, und hatte au-ßer einer Rente von 18,000 Pf. wegen des abgetretenen Bisthums Osnabrück einEinkommen von 24,000 Pf. In einem Alter von 16 I. kam er nach Berlin, umden preuß. Kriegsdienst zu lernen. Hier vermählte er sich 1791 mit Friederike, K,Friedrich Wilhelms II. v. Preußen Tochter (gest. den 6. Aug. 1820), und kehrte !bierauf nach London zurück. Er wohnte zu Oatlands Park bei London und ward .nach dem Tode der Prinzessin Charlotte (6. Nov. 1817) Kronerbe, starb aber kin-derlos d. 5. Jan. 1827. Sein öffentl. Leben hat ihn mehr als einmal der streng-sten Beurtheilung, selbst im Parlamente, bloßgestellt. 1793 erhielt er den Befehlüber das brit. Heer in Flandern, welches zu der großen Armee uuter dem Prinzenv. Koburg gehörte. Unter ihm dienten Sir Ralph Abercrombie, Sir Will. ErS-kme und andre Ossiciere mit großer Auszeichnung; allein der Feldzug hatte, bei denFehlern des allgemeinen Plans, keinen glücklichen Erfolg. Der Herzog nahm Va-lcnciennes nach einer Belagerung von 6 Wochen. Die unglückliche Unternehmunggegen Dünkirchen kann ihm nicht zur Last gelegt werden. Sie war von Ästreich mitdem brit. Cabinet verabredet, um dadurch das Parlament zugewinnen, daß Englandals Hauptmacht an dem Kriege Theil nähme. Nach Playfair („kolit. portrnits",
1. Thl., London 1813) sollen selbst Ossiciere vom Generalstabe des Prinzen v. Ko-burg, aus Unzufriedenheit darüber, daß Valenciennes, zu dessen Einnahme vor-züglich die Ostreicher beigetragen hatten, den Briten übergeben wurde, der Unter-nehmung auf Dünkirchen entgegengewirkt haben. Wenigstens äußerten die Ostm-cher ihre Freude, als die Engländer unter dem Herzog v. Vork die Schlacht vonHondschoote bei Dünkirchen gegen Honchard (8. Sept.) verloren und 4000 M ein-gebüßt hatten. Der Feldzug von 1794 endigte so, daß der Herzog sich emschlfft"