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12 (1830) W bis Z
Entstehung
Seite
429
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Anophancs Lenophon 429

neigte er sich sehr zu dem Pythagoräismus hin. Die Seele hielt er für eine sich selbstbewegende Zahl. Er stand wegen seiner Rechtlichkeit so in Ansehen, daß, als er«nst vor Gericht ein Zengniß ablegen sollte, die Richter den dabei gewöhnlichen Eidvon ihm nicht verlangt, sondern sein bloßes Wort als hinlänglich angenommen ha-ben sollen. Die Athcm'enser schickten ihn mit Aufträgen an den König Philipp vonMakedonien. Auch gegen die Großen behauptete er seinen Charakter als praktischerPhilosoph, und von einem ansehnlichen Geschenke, das Alexander ihm sandte, nabmer nach langem Weigern einen sehr unbedeutenden Thcil an, nur um den König nicht1 zu beleidigen. Als einen Beweis, wie gut er seine Leidenschaften zu beherrschenwußte, erzählt man, daß die bekannte Buhlerin Lais vergebens ihre Künste und alleReize ihrer Schönheit aufgcboten, ihn zu besiegen, und aus Verdruß über die sehl-geschlagene Absicht ihn eine Statue genannt habe. Von seinen philosophischenSchriften ist keine auf uns gekommen. Er ist von einem andern Lenokrates,mit dem Beinamen der A rz t, zu unterscheiden, der zu den Zeiten des Liber oderNero lebte, und von dessen Schriften nur noch ein Werk über die Benutzung derWafferkhiere als Nahrungsmittel übrig ist, das einen ziemlich vollständigen Begriffs von den Kenntnissen gibt, welche man damals über die Naturgeschichte der Fischeund Schallhicre hatte.

LenöpHan es, ein gri'ech. Philosoph, berühmt als der Stifter der elcati-schen Schule. Die Zeit seiner Geburt und seines Todes ist nicht ganz gewiß. Erwar ein Zeitgenosse des Pythagoras und Anaximandcr und soll ein Alter von 100Jahren erreicht haben. Nachdem er aus seinem Vaterlande, Kolophon, vertrie-ben worden war, ging er nach Sicilicn und dann nach Großgriechenland. Hierließ er sich gegen 536 v. Chr. zu Elea nieder, und davon hat sein System und dieSchule, die er stiftete, den Namen erhalten. Ec blieb nicht bei den Meinungenseiner Vorgänger in der Philosophie stehen, sondern stellte neue Untersuchungenüber die Natur der Dinge an. Er bestritt in seinen Sillen die mythischen Fabelnvon den Göttern, wie Homer und Hesiod sie dargestellt hatten, und war einem, nurnoch unausgebildelen, idealischen Pantheismus zugethan. Seine Hauptsätze sind:Das Seiende ist Eins und unveränderlich, das Vollkommenste und Beste, unddiese Freiheit des Seins wird Gott genannt. Dieser ist als solcher einzig, sich voll-kommen gleich und daher kugelartig, weder begrenzt noch grenzenlos, weder beweg-lich noch unbeweglich, unter keines Menschen Form vorzustcllen, Alles vorstellendund vermögend. Die Vielheit der Dinge ist nicht wahrhaft. In empirischer Hin-sicht soll er behauptet haben, daß Alles aus Erde und Wasser entstanden sei. Ernahm eine Veränderung der Oberfläche unserer Erde durch Wasser an, und hieltden Mond für einen bewohnten und angebauten Wellkörper. Er läugnete dieMöglichkeit, künftige Dinge Vorhersagen zu können, und behauptete, daß weitmehr Gutes als Böses in der Welt anzutreffen sei. Zm Allgemeinen klagte er überdie Ungewißheit des menschlichen Wissens. Von seinen Gedichten, in denen erphilosophische und andre Gegenstände vorgetragen hatte, finden sich nur noch Bruch-stücke beim Athenäus, Plutarch u. A. Die Bruchstücke seines Lehrgedichkszpooewp" sind gesammelt in des Stephanuskoesis plnlosoplrioa", späterhinvollständiger von Fülleborn und endlich von Brandis.

Tenophoii, der berühmte gricch. Geschichtschreiber und Feldherr, war gcb.zu Athen ungefähr 450, und starb um 360 v. Chr. Sein Leben fällt gerade in diePeriode, wo in Athen die größte politische und geistige Reibung war, und in welche,:die ausgezeichnetsten Männer, zu denen er selbst gehörte, aufkraten. Er war einer^ der vertrautesten Schüler und Liebling des Sokrates; auch kann man aus seinenSchriften, namentlich aus derApologie" und denDenkwürdigkeiten des So-! krates", den wahren Geist der Sokratischen Philosophie am besten kennen lernen.2. war nicht sowol speculativer Philosoph, er wendete die Philosophie vielmehr aus