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12 (1830) W bis Z
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Lcaicu

Lenokrates

punischen Kriege den Carthaginensern mit einem nur kleinen Heere gegen die Rfimec zu Hülfe geschickt wurde. Der römische Consul Regulus hatte die weit (,be>-legene Flotte der Carthaginenser besiegt, die Landung in Afrika bewerkstelligt, diecarthag. Feldherren geschlagen, und war bis gegen Karthago vorgcdruugen. Dieharten Fricdensbedingungen, welche er den Besiegten verschrieb, brachten diese zurVerzweiflung. Sic übertrugen dem L. den Oberbefehl über ihr Heer. L. lockte dieRömer in eine für sie nachtheilige Stellung, schlug sie mit großem Verlust undmachte selbst ihren Anführer, Regulus, zum Gefangenen. Die Carthaginensererhielten dadurch wieder ein Übergewicht über die Römer. Aber so viel sie auch demL. dabei zu danken hatten, so fürchteten sie doch aus einer kleinlichen republikani-schen Eifersucht, daß ec ein zu großes Ansehen erlangen möchte. Sie schickten ihndaher nach Lacedämon zurück, gaben aber insgeheim den Auftrag, ihn auf der Über-fahrt nach Europa aus dem Wege zu räumen. Doch scheint diese Beschuldigungkeineswegs erwiesen, und einige griech. Schriftsteller lassen ihn wohlbehalten insein Vaterland zurückkehrcn.

Genien (von dem griech. Worte Xenion, Gastgeschenk), Geschenke, dieman den cingeladenen oder zum Besuch gekommenen Gästen bei den Griechen undRömern zu geben pflegte. Der bekannte römische Epigrammatist Martial gabdie Überschrift:Lernen", dem 13. Buche s. Sinngedichte einer AnzahlDi-flichen, die er seinen Freunden und Gönnern widmete, und deren jedes unter duRubrik irgend eines zu einem Gastmahle gehörenden Gegenstandes Lob oder TMenthält. Unter demselben Namen erschien in Schiller'sMusenalmanach" für1767 (Tübingen, bei Cotta) eine Anzahl von mehr als 460 Distichen, welche eusden damaligen Zustand der Gelehrsamkeit in Deutschland Bezug hatten, manchesliterarische Unwesen mit Laune und Geist rügten, schlechte Schriftsteller mit sei-nem, öfter mit bitterm Spott geißelten, bisweilen aber auch feine und treffendeBemerkungen über Welt- und Menschenleben überhaupt enthielten. Als Versderselben nannte man öffentlich Göthe und Scbilkcr, und es ist dieser Behauptungnicht widersprochen worden. DieseLernen" wurden mit so großer Begierde ge-lesen, daß der Almanach in kurzer Zeit zum dritten Male aufgelegt werden mußte.Es stand aber auch bald eine große Anzahl Gegner wider sie auf, unter denen jedochdie meisten viel Schwäche und bloß den Schmerz beleidigter Eitelkeit zur Schaustellten. Nicht ungegründet war indessen der Vorwurf, den man denLernen"machte, daß unter der großen Menge dieser Distichen auch schwache und selbst imVersbau fehlerhafte sich fänden. Man hat vor einigen Jahren dieLeisten" inBreslau wieder abgedruckt. Ausführliche Nachrichten über die durch sie erweckteFehde enthalten die Nrn. 54 60desAllg. lit. Anzeigers" (Leipz. 1797). Wie-land's Urtheil findet man in denLiterarischen Spießruthen, oder hochadeligen undberüchtigten Leisten" (Weimar, ohne Jahrzahl). Gegenwärtig findet man in jenenLeisten" größtentheils die durch wissenschaftliche Kritik gerechtfertigten Aussprücheeines geistvollen Urtheils über eine vorübergegangene Periode der Literatur, inmuthwilligcr satyrischer Form.

Lenökrates, ein berühmter griech. Philosoph, gebürtig aus CHalcedo»,war ein Schüler des Plato, zugleich mit Aristoteles, unterschied sich aber von die-sem lebhaften und talentvollen Mitschüler dadurch, daß er nur langsam und mitMüh- den Unterricht seines Lehrers faßte. Plato schätzte ihn sehr hoch wegen sei-nes eisernen Fleißes und seines beharrlichen Charakters; nur fand er an seinemSchüler einen Mangel der feinern Sitten, und erinnerte ihn daher oft, auch denGrazien zu opfern. Mit Plato reiste er auch nach Sicilien. Nach dessen Tode be-gab er sich mit Aristoteles nach Kleinasien, kehrte aber bald zurück und wurde derzweite Nachfolger des Plato in der Akademie (s. d.), welcher er 25 Jahre lang,bis an seinen Tod, 314 v. Ehr., mit großer Achtung verstand. In seinen Lehren