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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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426
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Wurzel Wyttenbach l

Pflegern der Wissenschaft gebührt; im Allgemeinen aber scheint diese Universum i.ihrer jüngcrn Schwester München nachstchen zu müssen. !!

Wurzel, s. Pflanzenanatomie. ^

Wurzel wird in der Mathematik diejenige Größe genannt, die mehrmalsmit sich selbst multiplicirt eine P otenz (s. d.) oder Dignität hcrvorbringt. So ^ist 2 die Wurzel von 4, 8, 16 -c., weil 2.2 4; 2.2.2 8; 2.2.2216. Im erster» Falle sagt man: 2 ist die Quadrat - oder dritte Wurzel vo»

4; im andern Falle: 2 ist die Cubik- oder dritte Wurzel von 8; und im dritten Falle!

2 ist die Biquadrat - oder vierte Wurzel von 16. Aus einer Zahl oder algebrai-schen Große die Wurzel ausziehen, heißt daher diejenige Zahl finden, die mehrmalsmit sich multiplicirt diese Dignität hervorbringt.

Wurzen, Amt und Stadt im leipziger Kreise des Könige. Sachsen. DieStadt ist sorbischen Ursprungs und liegt auf der Straße von Dresden nach Leipzig,unweit der Mulde, wo die Fahre 1830 durch eine Brücke ersetzt wurde, deren Ko-sten bei dem kostbaren Schleusenbau und einem 16 Ellen breiten Damme zu180,000 Thlr. angeschlagen sind. Der Stadtrath hatte alle der Stadt zustehendc» kRechte an der bisherigen Fährenüberfahrt und dem daraus fließenden Einkommen rdurch den Vertrag vom 2. Nov. 1825 dem landesherrl. Fiscus gegen eine jährliche >Rente überlassen. Wurzen hat 543 Häuser, 3000 E., Bierbrauerei und einigeFabriken; auch ist sie der Sitz eines Justiz - und Rentamts. Im letzten Kriegehatte W. sehr gelitten; doch waren die Kriegsschulden (40,000 Thlr.) am Endedes I. 1828 bis auf 24,900 Thlr. getilgt. Hier befindet sich das von dem Bi-schof Herwig kn Meißen 1114 gestiftete Eollegiatstift Wurzen, welchesaus 1 Propste, 1 Dechanten und 5 Canonicis besteht. In dem Capitelshauseversammeln sich jährlich die meißner Domherren. In dem Dome zeichnen sick ei-nige bischöfliche Grabmalcc aus. Schöttgen, ein geborener Wurzencr, hat die Ge-schichte s. Vaterstadt geschrieben (,,Historie der Stistsstadt WurzenH. Die Stifts- ^regicrung und das Consistorium zu Wurzen wurden mit Bewilligung des Domu-pitels am 30. Dec. 1818 eingezogen. Die Stelle der erster» vertritt nun dieLandesregierung; die Geschäfte des letztem sind dem leipziger Consistorium über-tragen ; doch wird der Stifts - Wurznische Bezirk fortwährend als ein geschlossenesGanzes behandelt, und dessen Stiftsstandc werden jedesMal besonders zu denLon-dcsvcrsammlungen berufen. '

Wuth, s. Tollheit und Hundswuth. ^

Wüthendes Heer, oder, wie die Alten cs nannten, Wütis-Hecr, list, nach dec Sage, ein Haufe Nachtgespcnstcr, welche, besonders im Thüringischenund Mansfeldischen, zu gewissen Zeiten im Felde und Walde unter großem Ge-schrei und Hundegcbell umherziehen sollten, indem sie einen alten Mann mit wci- ,ßem Stabe (den treuen Eckard genannt) an ihrer Spitze hatten; Viele wollte»Gestalten, auf seltsame» Pferden sitzend, mit feurigen Augen rc. dabei gesehen ha-ben. Dieses Heergespcnst, dessen Benennung man von dem alten nordischen GotieWodan (s. d.) hcrgclcitct hat, war ohne Zweifel die Ausgeburt furchtsamer, zag-hafter Menschen, die, durch ganz natürliche Erscheinungen erschreckt, jene seltsa-men Dinge zusammensetzten; indessen glaubte man ehedem mit völliger Gewißheitan diese Spukereien und erzählt, daß ein ehemaliger Edelmann, der außerordent-licher Jagdlicbhaber, aber dabei ein sehr großer Tyrann seiner Unterthanen gewesen, Inach seinem Tode nun als Poltergeist mit mehren seiner Gesellen, die ein ähnliches ISchicksal gehabt, umherziehe. 8. l

Wyttenbach (Daniel), der berühmteste unter Hollands Philologen derneuern Zeit, gcb. zu Bern 1746, wo sein Vater, der auch D a n i e l hieß, seit 1740als Prediger angestellt war, sich durch mehre dogmatische und moralische Lehrbücherbekanntmachte und 1779 als Prof, zu Marburg starb. Der Sohn, Daniel,