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12 (1830) W bis Z
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Würzburg (Universität)

D'Outrepont, Textor, Schönlcin, Heusinger, I. B. Friedrich, Hcrgenröthcr.Mn kann sagen, daß der Sitz der Facultät in dem Juliushospitale ist. In demRaume desselben vereinigen sich die Hörsale zum theoretischen Unterrichte, das weiteFeld der Klinik in den Krankenzimmern, das anatomische Theater und Prapara-kencabinet, der botanische Garten und das chemische Laboratorium. In unmittel-barer Nähe schließen sich an das Entbinduugshaus und das besondere Krankenhausfür Epileptische. Di- anatomische Anstalt hat vor Kurzem eine neue zweckmäßigeOrganisation erhalten, und man sieht einer Erweiterung des dazu bestimmten Ge-bäudes entgegen. Ein besonderes Locale ist der neubegründetcn zootomischenAnstaltgewidmet, von welcher durch Heusinger's Thätigkeit reiche wissenschaftliche Aus-beute zu hoffen ist. Die theol. Facultät besteht gegenwärtig aus den ProfessorenEprich, Fischer, Büchner, Moritz u. A. Die Tendenz zu Rückschritten, welchein neuerer Zeit hier und dort bemerkbar wurde, kann der Würzburger theol. Facul-tät nicht vorgcworfen werden, ihr Wahlspruch scheint zu sein: LlocUum tvnuer«boati. In der jurist. Facultät lehren Metzger, Lauk, Seuffert, Brendel, Cu-cumus u. A. Außer Behr hat diese Facultät vor wenigen Jahren durch Berufungzu andern Staatsämtern Rudhart (ausgezeichnet als Schriftsteller und als Rednerin der Standeversammlung) und Schmidtlein (gegenwärtig Ministerialrath undVorstand der Gesetzcommissicn), und durch den Tod Zleinschcod verloren. Für dieStudirenden aus dem Nheinkreise ist 1821 eine Professur des französischen Rechtserrichtet worden. Der neugebildeten staatswirthschaftlichcn Facultät gehören anGeier d.Ä. (zugleich Regi'erungsrath, auch Abgeordneter zur Standeversammlung),Geier d. I. und Stöhr. Mitglieder der Philosoph. Facultät sind Metz, Schön,Sorg, Rau, Wagner, Goldmeier, Frank, Richarz, Fröhlich und Berks. DerVerlust Klein's wird immer noch lebhaft gefühlt. Die Bibliothek (unter der Di-rektion des humanen Goldmeier) enthalt mehr als 100,000 Bde. Der erste Stammderselben war im dreißigjährigen Kriege von Gustav Adolf nach Schweden abgcführtworden. 1824 wurde durch Ankauf eines Theils der freiherrl. v. Asbeck'schen Bü-chersammlung eine bedeutende Erwerbung an Kunst- und naturwissenschaftlichenPrachtwerken gemacht. Der Bibliothekfonds, welcher jährlich 3000 Gldn. abwirft,ist von dem vormaligen Großherzog von Frankfurt, Karl v. Dalberg, gestiftet wor-den. Das Naturalicncabinet (von dem ehemaligen Minoriten Blank*) gesam-melt) ist auf eine sehr glänzende Weise ausgestellt; den Anfodcrungeu der Wissen-schaft entspricht es nicht. Es hat neuerdings durch den Ankauf der Sammlung desForstinspeckors Schmitt einen bedeutenden Zuwachs erhalten; mit demselben istauch das Musivcabinet verbunden. Besonders rübmenswerth ist das unter der Lei-tung des Prof. Fröhlich blühende musikalische Institut, in welchem Jedermann imGesänge oder auf einem Instrumente unentgeltlich Unterricht erhalten kann, undvon dessen Mitgliedern (Chor und Orchester zusammen 150 200 Personen)wöchentlich 2 Mal große Tonstücke mit hoher Präcision aufgeführt werden. Indemselben werden auch die Schullehrer Baierns musikalisch gebildet. Würzburghat eine zur Universitätsstadt sehr günstige Lage, bietet ebenso einladende geselligeVerhältnisse dar, und das wissenschaftliche Gemeinwesen ist an Lehrern und Attri-buten tüchtig ausgestattct. Die Universität Würzburg steht allein unter denbairischen Hochschulen zunächst unter der Leitung einer in der Universitätsstadtbefindlichen Behörde, Curatel genannt. Es ist sehr zu beklagen, daß der reichlicheUniversitätsfonds so sehr mit fremdartigen Ausgaben belastet ist, welche cs (da ausder allgemeinen Staatskasse vor der Hand nur sehr sparsame Zuschüsse zu erwartensind) unmöglich machen, die Professoren auf eine Weise zu besolden, wie es den

*) Der Direktor dieser Sammlungen, Jos. Bonavita Blank, v., geistl. Rath undProf., starb den Z6. Fcbr. 18Z7 in e. Alter von 87 Jahren.