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12 (1830) W bis Z
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424
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424 Würzburg (Universität)

fortwährenden Blüthe der Würzburger Hochschule hauptsächlich beitrug. Die theo-logischen und philosophischen Studien waren von Zeit der Gründung an bis zxAushebung des Ordens ausschließcnd in den Händen der Jesuiten. Die juristisch,Facullät besaß in der Mitte d. vor. Jahrh. an Joh. Kaspar Barthel (für Kirche-recht) und Joh. Adam Jckstadt (für Staatsrecht, Natur - und Völkerrecht) Män-ner von ausgezeichnetem Rufe. Joh. Georg v. Eckhart, der große Geschichtsfor-scher, starb L7Z0 als Vorstand der Universitätsbibliothek. Einen besonder« Auf-schwung erhielt die Würzburger Universität durch die Pflege des vorletzten Fürstbi-schofs, Franz Ludw. v. Erthal. Dieser Fürst dachte und regierte im Geiste derfortschreitenden Zeit, und in diesem Geiste sorgte er für Verbesserung und Forldildüng seiner Lieblingskinder, der Stiftungen seines Urgroßoheims Julius. Auf-klärung und gründliche Bildung des Klerus war sein Hauptaugenmerk. Deshalbberief er helldenkende und gelehrte Männer auf die theologischen Lehrstühle. Di«Namen Oberthür, Berg, Gregel, Onymus, Feder sind in der Literatur rühmlichbekannt. Zugleich begann Gallus Aloys Kleinschrod im Gebiete des Crimiml-rechts die Bahn philosophischer Bearbeitung zu brechen. Karl Kaspar v. Sieboldglänzte in der medicin. Facultat, und der Univcrsitätsbibliothekar Mich. Zgn.Schmidt schrieb die Geschichte der Deutschen. Dieser blühende Zustand, sowie dietreffliche Ausstattung der Attribute, insbesondere die ersprießliche Verbindung mitdem Hospitale, entschieden, als Würzburg 1802 an das Kurhaus Pfalzbaiern kam,nicht nur die Beibehaltung der Universität, sondern bestimmten auch die damalig,,im schönsten Sinne liberale bairische Regierung, den Flor derselben durch zahlreich,Vocationcn (Schelling, J.J. Wagner, Männert, I. Döllinger, G. Hufelandu. A.) zu befördern. Auch wurde damals zu Würzburg eine protestantisch - theolo-gische Facultät (Paulus, Niethammer, Martini, Fuchs) errichtet. Indessen dau-erte jene für die Pflege der Wissenschaften so günstige Epoche nur kurze Zeit. DasFürstenlhum Würzburg wurde im prcsburger Frieden an den Erzherzog Ferdinand(vormals Großherzog von Toscana) abgetreten. Diese Negierungsvcränderungvcranlaßte den Abgang des größten Theils der ncuvocirten Professoren und führte1809 organische Verfügungen herbei, welche den ungünstigsten Einfluß aufbenZ»-stand der Universität haben mußten. Die Aktenstücke, welche die neue Organisationder Universität betreffen, befinden sich in derOberdeutschen allg. Lit.-Zeit.", Nr.121, und in derAllg. Zeitung", 1814, Nr. 313 fg. Diese Verfügungen warmvon einer der fortschreitenden Geistesentwickelung abholden Geistlichkeit ausgcgangm,und die Richtung des Rückwärts sprach sich darin unverkennbar aus. Eine bedeu-tende Verminderung der Frequenz der Universität war die nothwendige Folge dieserRückschritte. Doch 1814 wurde Würzburg wieder mit Baiern vereinigt, und so-fort erfreute sich die Universität einer neues Leben bringenden Restauration. MitBegeisterung feierten Lehrer und Studirende 1818 die Begründung der Verfassung,und man kann seitdem eine lebendige Thcilnahme an dem Leben der constitutionnel-len Monarchie und bcsondern Eifer für das Staatsrccht der neuern Zeit als einencharakteristischen Zug der Würzburger Hochschule ansühren. Derselbe offenbartesich in der ersten Wahl eines Abgeordneten der Universität zur Ständeversammlung.Mit großerStimmenmehrhcitsiclsie aufden im Fache der Staatswissenschaft rühm-lichst bekannten Schriftsteller, Wilhelm Joseph B ehr (s. b.). Der Gewählte ge-hörte durch Freimuth, Gründlichkeit, Beredtsamkcit zu den ausgezeichnetsten Mit-gliedern der zweiten Kammer. Leider machten diese ruhmwürdigen EigenschaftenBchr's nicht überall günstigen Eindruck. Seit 1821 betrauert die Universität sei-nen unersetztcn Verlust. Seit 1814 beträgt die Zahl der Studirenden regel-mäßig 650 700; mehrmals hat sie sich über 700 erhoben. Von den 140160 Ausländern, die sich darunter befinden, gehören die meisten der mcdicinischenFacultät an. In dieser lehren gegenwärtig die Prof. Pickel, Ruland, Heller,