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12 (1830) W bis Z
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422 Würzburg (Großherzogthum)

dauernden Seins und Wirkens; durch diese beglaubigt er sich vor seinem höchstenTribunale. Begreiflich laßt sich eine solche nicht aus Zeitungen zusammcnsehenund hier kann diese Lücke deßhalb nur erwähnt werden. Vgl. ,,Das Staatsrechtdes Königr. Würtemb." v. Prof. v. Mohl, 1. Bd., Verfassungsrecht (Tüb. 1829).

Würzburg, das Großherzogthum, ist seit 1814 ein Theil des KönigreichsBaiern. Das ehemalige Bisthum Würzburg wurde 741 gestiftet, Burghardals erster Bischof daselbst von dem heil. Bonifacius bestellt und geweiht, und seineKirche von den fränkischen Königen mit einigen Besitzungen begabt, welche die frommeMilde der deutschen Kaiser und Könige in der Folge vermehrte. Die Bischöfe selbsterwarben von den benachbarten fränkischen Grafen und Herren mehre Besitzungen,aus welchen zusammen der große Landesumfang des Fürstentbums Würzburg sichbildete. Der Zufall, daß ein Fürst, ein geborener Herzog v. Sachsen, Sigismund,des Kurfürsten Friedrich des Sanftmüthigcn Bruder, 1440 Bischof zu Würzburgwurde (1443 abgesetzt, starb 1463), gab Veranlassung, daß seine Nachfolger, vonder Mitte d. 15. Jahrh. an, den Titel als Herzoge v. Franken annahmen, wie denndie Behauptung, daß schon der fränkische König Pipin dem oben genannten Bischefdas Herzogthum Franken geschenkt habe, geschichtlich durchaus unerwiesen ist, auchmit diesem Titel keine besondern Rechte für das Hochstift verbunden gewesen sind.

Zn geistlichen Angelegenheiten stand der Bischof zu Würzburg unter dem Erzbischofzu Mainz, selbst nachdem Papst BenedictXIV. 1752 dem Bischöfe zu Würzburgdas erzbischöfl. Pallium und das Kreuz crtheilt hatte. Sein Titel war: des heil,röm. Reichs Fürst und Bischof zu Würzburg, Herzog zw Franken. Ihm zurSeite stand ein zahlreiches Domcapitcl, das viele eigcnthümliche Besitzungen hatte;angesessene adelige Familien bekleideten seit langer Zeit die Erbämtcr des bischöfl.Hofes. Der Flächeninhalt des Hochstifts wurde auf 87 IHM. mit 250,000 L,und die jährl. Einkünfte des Fürstbischofs wurden auf 500,000 Gldn. angegebm.

In Folge des Friedens zu Luneville wurde das Hochstift Würzburg, sowie die an-dern unmittelbaren geistlichen Besitzungen in Deutschland, durch den Reichsdeputa-tionshauptschluß von 1803, mit Ausnahme einiger, andern fürsil. Hausern zu-getheilten, ungefähr 15 (DM. (mit 37,000 Linw.) betragenden Ämter, an Baiernzur Entschädigung für seine verlorenen Rheinprovinzen als ein weltliches Erbsür-stenthum überlassen. Der letzte Fürstbischof, aus dem freihcrrl. Hause Fechenbarl',erhielt für den Verlust von Würzburg eine fahrt. Pension von 60,000 Gldn. undüberdies 30,000 Gldn. als Coadjutor des Fürstbischofs von Bamberg. Durchden Frieden von Presburg (26. Dec. 1805) wurde Würzburg dem ehcmal. Groß-hcrzog Ferdinand (s. d.) von Toscana, der sein 1803 müdem kurfürstlichen Ti-tel als Entschädigung erhaltenes Herzogthum Salzburg nebst Zubehör an Ostreichabtrat, zugetheilt, und der kurfürstl. Titel von Salzburg auf Würzburg übertra-gen, Baiern aber anderweit entschädigt. Am 30. Sept. 1806 trat der neue Kur- >sonst dem rheinischen Bunde bei und nahm den Titel als Großherzog v. Würzburgan. Die Ereignisse 1813 und die Verhandlungen des wiener Eongresses veränder-ten diese Verhältnisse aufs Neue. Der Großherzog erhielt seinen Erbstaat Toscanawieder, und Würzburg siel an Baiern zurück.

Das Großherzogthum Würzburg, sowie es gegenwärtig einen Theil des Un-termainkreises des Königreichs Baiern ausmacht, hat auf 91-f HfM. 290,000Eimv., größtenteils kath. Religion. Das Land ist eben, aber auf 3 Seiten vonhohen oder waldigen Gebirgen, dem Rhöngebirge, dem großen und kleinen Haß-berge und Stcigerwald, umgeben. Außer mehren kleinen Flüssen durch strömt derMain einen großen Theil desselben und nimmt die fränkische Saale auf. Der Bo-den ist sehr fruchtbar und bringt viel Getreide, in einigen Gegenden mehr, als dereigne Bedarf erfodert, hervor; vorzüglich wichtig aber ist der Weinbau, der beson-ders aus den Anhöhen des Mainthals betrieben wird. Die edelsten Sorten, der